Tote und Schäden nach Sturm in Tschechien, Polen und Deutschland

    30. Oktober 2017, 15:47
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    Viele Haushalte am Montag ohne Strom – Todesopfer auch in Polen und Deutschland

    Prag – Das Sturmtief "Herwart" hat in Tschechien drei Menschen das Leben gekostet und große Schäden angerichtet. Ein 85-Jähriger, der am Sonntag in der Stadt Bela pod Bezdezem (Weißwasser) von einem herabstürzenden Baum getroffen worden war, erlag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Das berichtete die Agentur CTK am Montag. Zuvor waren bereits ein Mann und eine Frau von Bäumen erschlagen worden.

    Nach Angaben des Wetterdienstes CHMU war es der verheerendste Sturm in Tschechien seit Orkan Kyrill im Jänner 2007. Die Aufräumarbeiten liefen nach dem Unwetter auf Hochtouren. Mehr als 120.000 Haushalte waren am Montag noch ohne Strom und sollten im Laufe des Tages nach und nach wieder ans Netz angeschlossen werden, wie die Energieversorger mitteilten. Die Feuerwehren berichteten in einer ersten Bilanz von mehr als 7.000 Einsätzen, um Straßen freizuräumen und Dächer zu sichern.

    In den tschechischen Wäldern hat der Sturm nach einer ersten Schätzung rund eine Million Kubikmeter Holz gefällt. Allein im Nationalpark Böhmische Schweiz fielen rund 6.000 Bäume um. Dort und im Nationalpark Böhmerwald wurde vor dem Betreten der Wälder gewarnt. Große Sachschäden meldeten die Betreiber der Skigebiete im tschechischen Teil des Erzgebirges.

    Auf vielen Bahnstrecken war der Zugverkehr am Montag immer noch eingeschränkt oder ganz unterbrochen. Auch im internationalen Fernverkehr kam es zu Verspätungen. Die stärksten Böen hatten nach Angaben des tschechischen Wetterdienstes Sonntagfrüh auf der 1.603 Meter hohen Schneekoppe (Snezka) 180 Kilometer pro Stunde erreicht. Danach seien die Messgeräte ausgefallen.

    In Polen kam ein Autofahrer ums Leben, als er mit seinem Wagen in der Nähe von Stettin in einen vom Sturm abgerissenen Ast fuhr. In Oppeln (Opole) starb ein weiterer Autofahrer, als ein Ast auf sein Auto stürzte.

    Das Sturmtief hatte am Wochenende auch in Deutschland schwere Verwüstungen angerichtet und mehrere Menschen in den Tod gerissen. An der niedersächsischen Nordseeküste starb ein Camper, bei einem Bootsunglück auf dem Peenestrom in Mecklenburg-Vorpommern kamen ein Mann und eine Frau ums Leben. Nach einem weiteren Bootsinsassen wurde am Montag noch gesucht. (APA, 30.10.2017)

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