Halloween-Songs: Ohne Kopf kann man keine Hot Dogs essen

    31. Oktober 2017, 09:14
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    Zehn Songs zwischen Voodoo, jugendlichem Kannibalismus und dem Ascheregen aus dem Krematorium

    Nachdem Rock 'n' Roll traditionell als Musik des Teufels gilt, öffnete sich mit dem heidnischen Halloween-Fest ein sicherer Hafen für diese Kunst. Längst gibt es dutzende Sampler mit einschlägiger Musik zum Thema, die meisten davon sind zum Vergessen. Zehn Songs, die jeder Halloween-Party wirklich extra Schauer über den Rücken schicken, finden Sie hier aufgelistet.

    TOM WAITS: What's He Building? (1999) Ein Stück über Alltagsparanoia in der Nachbarschaft. Also die Grundlage jedes zünftigen Kleinstadtdramas, in dem irgendwann der Satz auftaucht: "Dabei hat er immer so freundlich gegrüßt."

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    Tom Waits: "Er hat immer so nett gegrüßt."

    RONNIE COOK AND THE GAYLADS: Goo Goo Muck (1962) Jugendlicher Kannibalismus in den Vorstädten, wie man ihn sich 1962 in den USA vorstellte, entlädt sich in diese Rhythm-'n'-Blues-Nummer. "The city is a jungle and I'm a beast", singt Ronnie Cook. Wenn er im Auto um die Ecke biegt, kreischen die Mädchen.

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    Wenn die Mädchen kreischen, ist es entweder Elvis oder der Goo Goo Muck.

    LAVERN BAKER: Voodoo Voodoo (1961) Lavern Baker ist in "Voodoo Voodoo" das Opfer eines Zaubers. Sie bellt wie ein Hund, heult wie ein Koyote. Wie der Täter aussah? Er hatte Streifen wie ein Zebra, den Hals einer Giraffe und das Lachen einer Hyäne.

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    Lavern Baker ist verzaubert. Aber nicht im Guten.

    ROKY ERIKSON: Burn The Flames (1985) Dem Soundtrack von "The Return Of The Living Dead" ist Roky Ericksons "Burn The Flames" entliehen. Ein Friedhofsgstanzl, bei dem der Erzähler den Blick zum Krematorium schweifen lässt: Die Gitarre erzittert, und Roky singt zufrieden: "So burn, burn the flames higher and higher!" Asche regnet auf die Gräber.

    ron rose
    Roky Erikson erfreut sich am Regen, am Ascheregen.

    CCR: Bad Moon Rising (1969) Ein Klassiker des sich ankündigenden Unheils: Creedence Clearwater Revival mit "Bad Moon Rising". Irgendwo versinkt immer gerade jemand im Sumpf.

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    Unheil kündigt sich an: "Bad Moon Rising" von CCR.

    BOBBY PICKETT AND THE CRYPT-KICKERS: Monster Mash (1962) Ein Evergreen des jugendfreien Grusel-Twists. Ein verrückter Wissenschaftler entdeckt, dass in seinem Labor Leben entstanden ist. Das Ergebnis ist ein Star unter den Untoten: "It‘s a graveyard smash."

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    Ein Hit für den Friedhof aus dem Labor eines "mad scientist".

    SCREAMIN' JAY HAWKINS: I Put A Spell On You (1956) Eifersucht und krankhaftes Begehren. Screamin' Jay Hawkins belegt seine Angebetete mit einem Fluch. Ein knapp instrumentierter R-'n'-B-Stomper aus dem Fach der unerwiderten Liebe: "I love you. I don't care if you don't want me, I'm yours!" Genial schauderhaft.

    morrisoncoursevids
    Eifersucht und krankhaftes Begehren: Screamin' Jay weiß ein Lied davon zu grunzen.

    RONNIE DAWSON: Rockin' Bones (1959) Wie der Heintje vom Friedhof lässt Ronnie Dawson in dieser knapp zweiminütigen Rockabilly-Nummer die Knochen tanzen. Mit bubenhafter Stimme legt er die Regeln für seinen Abgang fest. "Well when I die, buried six feet deep / With a rock 'n' roll record at my feet / A phonograph needle in my hand / I'm gonna rock my way right out of this land." Das nennt man Vorsorge.

    eric cajundelyon
    Wie die Knochen rocken: Ronnie Dawsons "Rockin' Bones".

    HASIL ADKINS: No More Hot Dogs Der schwierige Autodidakt aus dem Hinterwald West Virginias schwört sich in "No More Hot Dogs" auf Rache ein. Den Kopf plant er seinem Feind vom Körper zu trennen. Was das für Folgen hätte? "Then you can eat no more hot dogs." Bestechende Logik. Das Lachen, das Hasil Adkins dann entfährt, lässt einem das Blut gefrieren.

    jspedros
    Ohne Kopf ist schwer essen. Hasil Adkins, Gehirnchirurg, fast.

    THE CRAMPS: The Creature From The Black Leather Lagoon (1989) Was passiert, wenn eine Halloween-Party außer Kontrolle gerät, besingen The Cramps. 99 Prozent ihres Werks sind Halloween-tauglich. Hier dreht ein Wesen aus der "Black Leather Lagoon" durch: Sex and Destroy. Ketchupflecken auf der Couch sind nach dieser Heimsuchung das kleinste Problem.

    surfbirdtrash
    Die Großmeister des schlechten Geschmacks: The Cramps. Ohne ihre Musik keine Halloween-Party.

    Na dann: Trick or treat! (Karl Fluch, 31.10.2017)

    • 99 Prozent des Gesamtwerks der Cramps sind Halloween-tauglich: "Bad music for bad people."
      irs records

      99 Prozent des Gesamtwerks der Cramps sind Halloween-tauglich: "Bad music for bad people."

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