Anrainerstaaten und Amazon streiten um .amazon-Domain

    30. Oktober 2017, 09:37
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    Schlichtungsverfahren hatte eigentlich die Vergabe der Domain an den IT-Konzern befürwortet, doch Staaten wehren sich

    Für Amazon wäre eine .amazon-Domain perfekt. Der Onlinehändler könnte so für eine bessere Erreichbarkeit seiner Services und Einkaufssparten sorgen. Man stelle sich etwa folgende Adressen vor: music.amazon, video.amazon oder books.amazon. Daher versucht der IT-Konzern mit aller Kraft, sich die begehrte Top-Level-Domain zu schnappen. Doch es handelt sich bei Amazon ja um keinen Fantasienamen, vielmehr benannte Gründer Jeff Bezos sein Unternehmen absichtlich nach dem Amazonas, dem zweitlängsten Fluss der Welt mit der größten Menge an Wasser. Sein Unternehmen, so Bezos, sollte auch das größte der Welt werden.

    Fehlender Respekt beklagt

    Seit Jahren wehren sich nun die Amazonas-Anrainerstaaten dagegen, dass die Top-Level-Domain einem großen US-Konzern zugesprochen wird. Vor allem Brasilien, Argentinien und Peru lehnen Amazons Vorstöße ab. "Unternehmen wie Ihres machen, was sie wollen", sagte eine Vertreterin des peruanischen Außenministeriums laut Heise bei einer Sitzung der ICANN, die für die Vergabe der Domains zuständig ist. Amazon fehle der "Respekt" vor den Regierungen, hieß es.

    Schlichter gaben Amazon Recht

    Externe Schlichter – aus den USA – hatten zuvor festgestellt, dass eine Vergabe der Domain an Amazon zulässig wäre. Doch die ICANN verweigert diese vorerst noch. Amazon hatte angeboten, die betroffenen Länder bei der Registrierung von .amazonas, .amazonia und .amazonica zu unterstützen. Bis 2016 lag die Vergabe von Internetadressen in den Händen der USA, das US-Handelsministerium gab daraufhin die Kontrolle an die ICANN ab. (red, 30.10.2017)

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    Heise

    • Amazon will sich unbedingt die .amazon-Domain sichern
      foto: reuters/rossignol

      Amazon will sich unbedingt die .amazon-Domain sichern

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