Essgeräusche in Japan

    28. Oktober 2017, 15:00
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    Während in Österreich um eine Koalition gerungen wird, kämpft man in Japan mit dem akustischen Kollateralschaden von Nudeln

    Da man nicht früh genug darauf hinweisen kann: In acht Wochen ist Weihnachten. Ob das Christkind eine neue Regierung bringt, wird sich weisen, auf dem Wunschzettel des Herrn Außenminister Kurz steht sie jedenfalls.

    Die Vorzeichen für eine türkis-schwarz-blaue Vereinigung stehen jedenfalls nicht schlecht, nach den ersten Verhandlungen strahlten Sebastian Kurz und FPÖ-Klubobmann Heinz-Christian Strache jedenfalls echte Männerfreundschaft aus. Geschmiedet spätestens bei einem Sondierungsbesuch, wo man bei Sushi sinnierte, was nach 30 Jahren schwarzer Regierungsbeteiligung alles neu werden muss.

    Apropos japanisches Essen und spektakuläre Neuheiten: Dazu gibt es Interessantes aus dem Land der aufgehenden Sonne. Dort denkt man nämlich darüber nach, eine Gabel auf den Markt zu bringen, die Schlürfgeräusche übertüncht. Das bestätigt man bei der deutschen Niederlassung der Firma Nissin, den Erfindern der Instant-Ramen.

    Da angeblich immer mehr Japaner das lautstarke Aufsaugen der Nudeln als unschicklich empfinden, soll das an eine klobige elektrische Zahnbürste erinnernde Esswerkzeug "Otohiko" mittels Sensor schon leisestes Schlürfen erkennen – und nach Entdeckung des akustischen Fauxpas eine Datei auf dem Mobiltelefon des Essers oder der Esserin aktivieren, die lauter als das vermeintlich anstößige "Schlurp" tönt. Und das alles um umgerechnet läppische 112 Euro. Vorausgesetzt, bis 15. Dezember werden zumindest 5000 Stück vorbestellt.

    Ob sich die Wundergabel für den Gabentisch ausgeht, bleibt also ebenso offen wie die Regierungsbildung. (Michael Möseneder, 28.10.2017)

    • Ein neues Esswerkzeug soll Schlürfgeräusche übertönen.
      foto: reuters / kyodo

      Ein neues Esswerkzeug soll Schlürfgeräusche übertönen.

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