Berger Schokolade stellt Produktion auf Bio um

    28. Oktober 2017, 08:00
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    Mineralölrückstände waren der Anstoß für die Loferer Manufaktur, alle Lieferanten auszutauschen

    Salzburg – "Wir waren richtig down. Immer ist es bergauf gegangen und dann das", sagt Hubert Berger. Als im Vorjahr Mineralölrückstände in einigen Schokoladen in Österreich gefunden wurden, war auch Schokolade von Berger Feinste Confiserie unter ihnen. Seither ist bei dem Schokoladenhersteller aus Lofer kein Stein auf dem anderen geblieben. Berger stellt sein Sortiment auf Bio um und lässt seine Rohschokolade regelmäßig testen.

    "Wir wollten uns spezialisieren, und von anderen Produzenten abheben. Wir sind kein Industriebetrieb", sagt Hubert Berger. Fairtrade-zertifiziert sind die Schokoladen seit 2016. Nun sind die ersten Tafeln komplett bio. Die Umstellung auf Bio sei eine Herausforderung, schildert das Ehepaar Berger. Zunächst wurden neue Rohschokoladenlieferanten gesucht. "Der Geschmack der Tafel Schokolade darf sich nicht ändern, nur weil sie nun bio ist", sagt Hubert Berger. Gefunden wurde ein neuer Lieferant mit Schokolade aus Togo in Westafrika.

    Regelmäßige Labortests

    Auch die Verpackung wurde geändert. Anstatt in Recyclingkartons wird die Schokolade nun mit Frischfaserpapier verpackt. Die Bilder werden mit wasserbasierter Farbe gedruckt. Mögliche Ursachen für die Mineralölrückstände könnten von der Verpackung, dem Transport der Kakaobohnen oder der Produktion der Rohschokolade kommen. Berger lässt seine Produkte nun regelmäßig von einem Labor auf Mineralölrückstände prüfen. Ab Jänner stellt die Confiserie auch die ersten Bio-Pralinen her. Bei einigen Zutaten mangle es aber noch an einem geeigneten Lieferanten, sagt Berger. Die Produktionskosten seien dadurch deutlich höher. Die Preise werden um acht Prozent steigen.

    Größter Frauenarbeitgeber im Saalachtal

    Vor 23 Jahren haben Christine und Hubert Berger das Unternehmen zu zweit in einer Garage gegründet. Heute hat das Ehepaar 95 Mitarbeiter und ist der größte Frauenarbeitgeber im Saalachtal im Pinzgau. Nur fünf Männer arbeiten im Unternehmen. Um für Frauen die Stelle attraktiv zu gestalten, hat der Schokoproduzent flexible Arbeitszeiten eingeführt. Ein Drittel der Angestellten arbeitet Teilzeit. "Durch ein Jahresarbeitszeitmodell können Mütter in den Sommerferien mehr bei den Kindern zu Hause sein", erklärt Christine Berger. Im Schokoladengeschäft seien Herbst und Winter die arbeitsintensivere Zeit. Drei Lehrlinge werden in der Manufaktur zum Bonbon- und Konfekthersteller ausgebildet. Seit 2010 arbeiten in Kooperation mit Pro Mente drei Menschen mit Behinderung in dem Betrieb.

    Verkauft werden die Schokoladen von Berger im Stammhaus in Lofer und unter anderem in fünf eigenen Geschäften in Salzburg und Tirol und einer Franchise-Filiale in Wien. Christine Berger hat schon weitere Standorte im Auge. Ein eigenes Geschäft in München oder Graz steht auf der Wunschliste. Rund 30 Prozent der Produktion wird ins europäische Ausland exportiert. (Stefanie Ruep, 28.10.2017)

    • Neuausrichtung bei Berger: Bio-Schoko und neue Verpackung.
      foto: neumaryr/leo

      Neuausrichtung bei Berger: Bio-Schoko und neue Verpackung.

    • Hubert und Christine Berger haben das Unternehmen vor 23 Jahren gegründet. Nun vollziehen sie die größte Umstellung in der Unternehmensgeschichte.
      foto: neumaryr/leo

      Hubert und Christine Berger haben das Unternehmen vor 23 Jahren gegründet. Nun vollziehen sie die größte Umstellung in der Unternehmensgeschichte.

    • Ab Jänner sollen auch erste Pralinen ausschließlich mit Bio-Produktion hergestellt werden. Derzeit seien noch nicht für alle Zutaten Lieferanten gefunden.
      foto: berger feinste confiserie

      Ab Jänner sollen auch erste Pralinen ausschließlich mit Bio-Produktion hergestellt werden. Derzeit seien noch nicht für alle Zutaten Lieferanten gefunden.

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