Iraks Truppen sollen für einen Tag Operationen gegen Kurden einstellen

    27. Oktober 2017, 17:54
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    Ministerpräsident Haidar al-Abadi erließ entsprechenden Befehl

    Bagdad/Erbil – Im Konflikt um das kurdische Unabhängigkeitsreferendum stellt der Irak für 24 Stunden alle militärischen Operationen gegen die Kurden ein. Einen entsprechenden Befehl habe Ministerpräsident Haidar al-Abadi erlassen, teilte dessen Informationsbüro am Freitag in Bagdad mit.

    Dadurch sollten Vertreter beider Seiten Zeit bekommen, um die Truppen der Zentralregierung ohne weiteres Blutvergießen in alle umstrittenen Gebiete und an Iraks Grenze zu entsenden. Zwischen irakischen Einheiten und kurdischen Peschmerga-Kämpfern hatte es zuletzt mehrfach Gefechte gegeben.

    Die Lage war eskaliert, nachdem sich die Kurden im vergangenen Monat in einem umstrittenen Referendum mit überwältigender Mehrheit für einen eigenen Staat ausgesprochen hatten. Die Zentralregierung lehnt eine Abspaltung ab und fordert eine Annullierung des Referendums. Sie will außerdem im Nordirak von den Kurden die Kontrolle über die Grenze übernehmen.

    Die irakische Armee und verbündete Schiitenmilizen rückten in der vergangenen Woche in Gebiete vor, die die Kurden vor rund drei Jahren unter Kontrolle gebracht hatten. Dabei handelt es sich um Regionen, auf die sowohl die Zentralregierung als auch die Kurden Anspruch erheben, darunter die ölreiche Provinz Kirkuk. (Reuters, 27.10.2017)

    • Hält der Deal, dann werden künftig die Waffen ruhen.
      foto: apa/afp/ahmad al-rubaye

      Hält der Deal, dann werden künftig die Waffen ruhen.

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