Metaller-KV: Gewerkschaften drohen mit Betriebsversammlungen

25. Oktober 2017, 14:35
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Sozialpartner nach der dritten KV-Verhandlungsrunde noch recht weit auseinander

Wien – Die Gewerkschaften Pro-Ge und GPA erhöhen den Druck bei den stockenden Verhandlungen zu den Lohnabschlüssen der fünf Metallindustrieverbände. Kommt es am kommenden Montag bei der vierten Runde der KV-Verhandlungen mit dem größten Verband, der Metalltechnischen Industrie, zu keinem Abschluss, gibt es bereits ab dem nächsten Tag bundesweit Betriebsversammlungen.

Im Vorjahr waren vier Runden für eine Einigung zwischen Gewerkschaften und den Arbeitgebern notwendig, heuer liegen beide Seiten nach drei Runden noch recht weit voneinander entfernt. Pro-Ge-Chefverhandler Rainer Wimmer sprach am vergangenen Montag, nach Ende des dritten Gesprächsreigens, von einer "Provokation" durch die Arbeitgeber, die ein "Null-Angebot" gelegt hätten, während die Arbeitnehmervertreter vier Prozent mehr Lohn verlangen.

Dass sie null geboten hätten relativiert allerdings die Industrie. Sie hätte zuvor gerne mehre Punkte im Rahmenrecht geklärt, allen voran die vom Gesetzgeber vorgesehene Angleichung von Arbeitern und Angestellten.

Sollte es kommenden Montag keine Einigung geben, dürften die Gewerkschaften den Druck mit Warnstreiks erhöhen. Es wäre dies die nächste Eskalationsstufe nach den stundenweisen Betriebsversammlungen.

Beide Seiten befinden sich heuer in der schwierigen Situation, dass sowohl Gewerkschaften und Arbeiterkammer als auch die Wirtschaftskammer die Sozialpartnerschaft, und die damit verbundene Kammerpflicht, hochhalten wollen, die unter einer möglichen ÖVP-FPÖ-Koalition unter Druck geraten könnte. Dazu brauchen beide Seiten aber bald einen Kompromiss, um die Handlungsfähigkeit dieser urösterreichischen Institution unter Beweis zu stellen. (APA, 25.10.2017)

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