Traktorenhersteller Lindner auf dem Weg zum "autonomen Fahren"

    25. Oktober 2017, 12:38
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    Neuer Traktor "Lintrac 110" in Kundl im Tiroler Unterland präsentiert – 72,5 Mio. Euro Umsatz in 2016/2017

    Der Tiroler Traktorenhersteller Lindner mit Sitz in Kundl in Tirol ebnet zusammen mit der Firma "ZF Friedrichshafen AG" mit dem neuen Traktor "Lintrac 110" den Weg hin zum autonomen Fahren von Traktoren. Im Rahmen eines Pressegespräches wurde am Mittwoch der neue Traktor präsentiert, der ab Sommer 2018 auf den Markt kommen soll.

    Den "110er" bezeichnete Lindner-Geschäftsführer Hermann Lindner als "stärker, größer, komfortabler und intelligenter" als die Vorgängermodelle. Ziel sei das "automatisierte Fahren" der Traktoren, für das der "Lintrac 110" nachgerüstet werden könne. "Die gesetzlichen Rahmenbedingungen dazu müssen aber erst geschaffen werden", fügte er hinzu und stellte die Präsentation unter das Motto "Was er könnte, wenn er dürfte".

    "Eine logische Weiterentwicklung mit verbesserten Komponenten"

    Stefan Lindner, ebenfalls Lindner-Geschäftsführer, nannte den neuen Traktor zudem "eine logische Weiterentwicklung mit verbesserten Komponenten". Wichtig sei beispielsweise auch die Wendigkeit gewesen, welche durch eine "mitlenkende Hinterachse" möglich sei. Auch "Wirtschaftlichkeit" stand laut Lindner im Mittelpunkt: "Statt 7,2 Liter pro Stunde braucht der "Lintrac 110" nur rund 6 Liter pro Stunde".

    Was er wirklich könnte, wenn er nur dürfte, stellte im Anschluss Mark Mohr, seines Zeichens "Head of Project House Automated Operations" der Firma ZF Friedrichshafen AG, vor. Es gebe etwa eine "Folgefunktion", mit welcher der autonome und "intelligente" Traktor einem definierten Fahrzeug selbstständig folgen könne. Dem innovativen Landwirtschaftsfahrzeug kann man auch "Arbeit vormachen und dieses wiederholt dann die Arbeit". Das sei etwa beim "Kreiseln" interessant, das mehrmals am Tag gemacht werden müsste.

    "Lindner-App"

    Auch eine Personenerkennung, eine Neigungsanzeige und die "Lindner-App" sind Features. Mit dieser App lasse sich etwa die Hydraulik des Fahrzeuges "von der Couch aus voreinstellen", so David Lindner, Marketing- und Exportleiter des Traktorenwerks Lindner. Der Prototyp zeige jedenfalls, dass die Landwirtschaft von den "Megatrends Vernetzung und künstliche Intelligenz profitiert", sagte Mohr weiter.

    Der neue Traktor, der in Zukunft womöglich vollständig autonom und automatisiert landwirtschaftliche Arbeiten verrichten wird, soll im Basispreis 82.750 Euro kosten. Mit dem neuen Traktor wolle Linder unter anderem verstärkt im Kommunalbereich Fuß fassen, wie Hermann Lindner betonte. Der aktuelle Umsatz des Traktorenwerks im Tiroler Unterland belief sich im Jahr 2016/2017 auf 72,5 Mio. Euro. Das Unternehmen beschäftigt 229 Mitarbeiter und weist eine Exportquote von mehr als 50 Prozent auf. (APA, 25.10.2017)

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