Chefin des Gorki-Theaters: Bei sexueller Belästigung nicht wegsehen

    25. Oktober 2017, 12:05
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    Die Theatermacherin fordert "eine politische und juristische Praxis, die hinsieht"

    Berlin – Shermin Langhoff, Intendantin des Berliner Maxim Gorki Theaters, hat ein entschiedenes Vorgehen gegen sexuelle Belästigung gefordert. "Notwendig ist eine politische und juristische Praxis, die hinsieht und nicht wegsieht", schrieb die 1969 in der Türkei geborene Theatermacherin am Dienstag im Berliner "Tagesspiegel".

    Kreative Aktionen gegen Belästigung

    Es könne nicht angehen, dass Frauen im Fall einer Anzeige beweisen müssten, dass sie wirklich nein gesagt und sich gewehrt hätten. Zudem sprach sich Langhoff für kreative Aktionen gegen Belästigung aus. Sie erinnerte dabei an die Kampagne der Lila Nadeln in Istanbul. "Wir Jugendliche damals fuhren mit Nadeln gerüstet in den öffentlichen Bussen, wo es zum Alltag gehörte, dass sich irgendein Mann an uns rieb." Jede Frau habe Sexismus-Erfahrungen. Niemand dürfe so tun, als ob er das nicht wisse.

    Debatte über sexuelle Belästigung

    Langhoff äußerte sich vor dem Hintergrund der Weinstein-Affäre in Hollywood. Der Skandal um den Filmproduzenten Harvey Weinstein hat in den USA und anderen Ländern jüngst eine Debatte über sexuelle Belästigung gegenüber Frauen ausgelöst. (APA, 25.10.2017)

    • "Wir Jugendliche damals fuhren mit Nadeln gerüstet in den öffentlichen Bussen", erzählt Shermin Langhoff.
      foto: matthias cremer

      "Wir Jugendliche damals fuhren mit Nadeln gerüstet in den öffentlichen Bussen", erzählt Shermin Langhoff.

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