Entscheidung über Glyphosat-Verlängerung verschoben

25. Oktober 2017, 11:20
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Über die weitere Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat beriet heute der zuständige EU-Ausschuss in Brüssel, die Entscheidung wurde vertagt

Straßburg – Die EU-Staaten haben eine Abstimmung über eine Verlängerung der Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat am Mittwoch in Brüssel verschoben. Dies teilten Diplomaten mit. Die Abstimmung soll bei einer nächsten Sitzung des zuständigen Fachausschusses am 6. November stattfinden, wurde kolportiert.

Die EU-Kommission wollte bei der Sitzung des maßgeblichen Ausschusses, in dem Experten der 28 EU-Länder sitzen, nur noch eine Verlängerung von fünf bis sieben Jahren durchsetzen – statt der bisher geplanten zehn Jahre. Nach einem Votum des Parlaments wollte Österreich gegen die Verlängerung der Zulassung stimmen.

Das EU-Parlament hatte am Dienstag eine schrittweise, aber dann vollständige Abschaffung des unter Krebsverdacht stehenden Wirkstoffs Glyphosat nach fünf Jahren bis 2022 verlangt. Das Unkrautvernichtungsmittel soll dann außerhalb der Landwirtschaft verboten werden und in fünf Jahren komplett vom EU-Markt verschwinden. Die derzeitige Zulassung läuft am 15. Dezember aus, ob bei der Sitzung eine qualitative Mehrheit zustande kommt, war bereits im Vorhinein fraglich. Im Vorjahr kam die nötige Mehrheit für oder gegen die weitere Nutzung im Kreis der EU-Staaten mehrmals nicht zustande. Kommt keine Mehrheit zustande, könnte die Kommission entscheiden oder ein Vermittlungsverfahren starten. (APA/red, 25.10.2017)

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