Austria will Spieß gegen Rapid umdrehen

24. Oktober 2017, 17:29
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Violette wollen Fehlstart nach Ligapause vergessen machen – Salzburg gegen Favoritenschreck Gleichenberg – Sturm empfängt Altach im zweiten Oberhaus-Duell am Mittwoch

Wien/Graz – Ein Derby im Zeichen der Revanche, ein weiteres Oberhaus-Duell und der Titelverteidiger im Vergleich David gegen Goliath: Im Achtelfinale des ÖFB-Cups warten am Mittwoch Partien mit Spannungspotenzial. Cupsieger Salzburg kämpft bei Regionalligist Bad Gleichenberg (19 Uhr) um die Fortsetzung seiner 26 Spiele währenden Cup-Siegesserie, danach die Austria um die Wende.

Die Violetten halten nach der Länderspielpause bei drei Niederlagen in drei Pflichtspielen. Am Sonntag unterlagen sie Rapid in der Liga, wollen den Spieß im Happel-Stadion (20.30 Uhr, live ORF 1) nun aber umdrehen. Sturm Graz empfängt indes den Ligarivalen SCR Altach (18 Uhr, live Puls 4). Mit dem WAC ist noch ein weiterer Bundesligist im Einsatz, die Wolfsberger sind bei Viertligist SV Wimpassing (18.30 Uhr) klarer Favorit. Wacker Innsbruck tritt bei der Klagenfurter Austria an (20 Uhr), die bereits St. Pölten und Kapfenberg eliminiert hat.

Rapid acht Spiele ungeschlagen

Die Ausgangslage vor dem Cup-Hit in Wien spricht für den Sonntag-Sieger. Rapid muss zwar die gesperrten Galvao und Giorgi Kvilitaia vorgeben, darf aber auf vier Siege in Folge – zuletzt dreimal mit 1:0 – zurückblicken. "Wir haben einen Lauf, jetzt müssen wir schauen, dass wir im Cup noch einen Sieg drauflegen. Dann wären wir sehr groß da", sagte Kapitän Stefan Schwab. Acht Pflichtspiele ist Rapid bereits ungeschlagen.

Die Zuversicht ist groß, der Austria im ersten Cup-Duell seit dem von den Violetten gewonnenen Endspiel 2005 einen weiteren Tiefschlag zu verpassen. Schwab wusste dennoch, dass das jüngste Duell ein enges war. "Wir müssen noch eine Schippe drauflegen. Im Moment sind wir fußballerisch die bessere Mannschaft, das müssen wir auf den Platz bringen." Trainer Goran Djuricin erwartete "noch aggressivere Austrianer. Sie möchten sicher das letzte Derby und die vorangegangenen Niederlagen vergessen machen."

Sein Gegenüber Thorsten Fink muss mit Abdul Kadiri Mohammed den nächsten Verteidiger verletzt vorgeben. Heiko Westermann wird trotz Schmerzen von Beginn an einlaufen. Im Angriff erhält Christoph Monschein den Vorzug vor Kevin Friesenbichler, der beim 0:1 am Sonntag eine Fußprellung erlitt. "Wir müssen das Glück vorne noch mehr erzwingen", meinte Fink.

Immerhin kehrt Felipe Pires nach einer Sperre zurück. Fink erwartet "ein besonderes Spiel. Punkte kann man wieder aufholen, im Cup ist man draußen. Wie Van Gaal gemeint hat: Tod oder Gladiolen." Aus dem Derby will die Austria jedenfalls ihre Lehren gezogen haben. So soll Rapid-Torschütze Philipp Schobesberger mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Bis Dienstagmittag waren 11.000 Karten verkauft.

Statistik gegen Altach

Altach kämpft in der Merkur-Arena gegen eine fast 50 Jahre währende Misere. Vorarlberger Klubs haben in Graz gegen Sturm seit November 1967 (Schwarz-Weiß Bregenz) nicht mehr gewonnen. Seit ihrem Bundesliga-Aufstieg haben die Altacher in Graz elf von 13 Spielen verloren. Zuletzt waren sie beim 0:0 im September aber die bessere Elf.

Die Altacher saßen am Dienstag im Bus Richtung Graz, ab Donnerstag sind sie zur Vorbereitung auf das Ligaduell mit Red Bull in Salzburg einquartiert. "Wir fahren jetzt auf Tour, hoffentlich kommen wir mit Zählbarem zurück", sagte Trainer Klaus Schmidt, der "eine gewisse Selbstsicherheit" in seiner Mannschaft ortet, die zuletzt nur eines von zehn Spielen verloren hat. Für Unruhe sorgt einzig Rechtsverteidiger Emanuel Sakic, der aus disziplinären Gründen nicht im Kader steht und den SCR im Winter verlassen dürfte.

Bei Sturm könnte der in der Vorwoche erkrankte Deni Alar wieder in der Startelf stehen. Auch Philipp Huspek und Stefan Hierländer sind fit, Lukas Spendlhofer und Marc-Andre Schmerböck fehlen weiter. "Es ist wichtig, dass wir zu Hause spielen können. Da es sich bei Altach um einen Bundesligisten handelt, wissen wir, was auf uns zukommt", sagte Trainer Franco Foda. Es ergebe sich die "Riesenmöglichkeit", im Cup zu überwintern.

Salzburg vor Gleichenberg gewarnt

Salzburg erwartet in der Südoststeiermark ein Auftritt beim Riesentöter TuS Bad Gleichenberg, dem nach Erste-Liga-Verein Wattens auch gegen die Admira eine Überraschung (3:1) gelang. Der ehemalige Kapfenberg-Profi Philipp Wendler hat im Cup bereits viermal getroffen. "Das muss uns Warnung genug sein. Sie verfügen über eine Mannschaft, die ein sehr hohes Niveau erreichen kann. Wir wollen keine Cup-Überraschung erleben", meinte Red-Bull-Trainer Marco Rose.

Für sein Team geht beim Fünften der Regionalliga Mitte eine Serie von vier Auswärtsspielen zu Ende. Siegen gegen den LASK und Konyaspor folgte am Wochenende ein 1:1 bei der Admira. Weiter fehlen wird der verletzte Hwang Hee-chan. Bad Gleichenberg stellt sich auf ein Fußballfest ein, das Stadion fasst dank Zusatztribünen 4.000 Zuschauer. Trainer Georg Kaufmann zur Ausgangslage: "Zu verlieren haben wir nichts, gewinnen können wir alles." (APA, 24.10.2017)

  • Philipp Schobesberger (links) im Duell mit Austrias Tarkan Serbest beim Derby am Wochenende, das mit 1:0 an die Hütteldorfer ging. Dem Rapid-Offensivgeist will man im Cup-Achtelfinale mehr Aufmerksamkeit schenken.
    foto: apa/expa/thomas haumer

    Philipp Schobesberger (links) im Duell mit Austrias Tarkan Serbest beim Derby am Wochenende, das mit 1:0 an die Hütteldorfer ging. Dem Rapid-Offensivgeist will man im Cup-Achtelfinale mehr Aufmerksamkeit schenken.

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