"Designated Survivor", Staffel 2 auf Netflix: Ich will auch böse sein!

23. Oktober 2017, 06:00
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Seit der zweiten Staffel trieft das Drehbuch noch viel mehr von Pathos und Patriotismus

Hilfe, ich will hier raus! Wieso habe ich bloß für die Hauptrolle bei "Designated Survivor" unterschrieben? Den braven, treuherzigen US-Präsidenten Tom Kirkman nimmt mir doch keiner ab! Ich bin Kiefer Sutherland! Ich kann so richtig böse sein! Echt jetzt! Aber nein, in dieser Serie muss ich den netten, völlig harmlosen Präsidenten mimen, während Kevin Spacey in "House of Cards" mit anbetungswürdig diabolischem Schauspiel brillieren und den ruchlosen Frank Underwood geben darf.

Bitte, ich will auch ein Fiesling sein! Ich mag nicht mehr Papa Walton im Weißen Haus spielen! Und seit der zweiten Staffel trieft das Drehbuch noch viel mehr von Pathos und Patriotismus. Das ist echt nimmer feierlich. Damals, bei der Serie "24", da war ich Jack Bauer, dem brauchte niemand blöd kommen! Peng, zack, erledigt! Aber nein, hier, als vordergründig tölpelhafter Präsident wider Willen, muss ich eine peinliche Krankenkassabrille tragen und dauernd süßlich dahersülzen.

Okay, meine First Lady ist mir lieber als Kevins machtversessene Ehefrau, eine wahre Eiswürfelmaschine. Brrrr! Aber könnte es bei uns bitte ein bisschen weniger sanftmütig und verständnisvoll zugehen? Ist ja schlimmer als bei den Cosbys! Völlig unglaubwürdig, diese Familie! Ich muss dringend mit den Drehbuchautoren reden, da gehört ein bisschen mehr Drama in die Beziehung rein. Verrat! Drogen! Egal, irgendwas!

Um meine Stabschefin Emily Rhodes hingegen beneidet mich Frank Underwood sicher. Andererseits kümmert sich niemand so gründlich um die Beseitigung von Dreckwäsche wie sein Doug Stamper. Den hätte ich auch gern auf meiner Payroll. Vielleicht können wir ja tauschen? Ich ruf mal Kevin an ... (Gianluca Wallisch, 23.10.2017)

Trailer zur zweiten Staffel:

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