Großbrand in burgenländischer Entsorgungsfirma

21. Oktober 2017, 08:36
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Große Ballen von gelagerten PET-Flaschen begannen zu brennen – Die Löscharbeiten könnte Tage dauern

Wulkaprodersdorf – Der am Freitagabend ausgebrochene Großbrand beim Entsorgungsbetrieb Hackl Container in Wulkaprodersdorf könnte die Einsatzkräfte noch Tage beschäftigen. Im Lauf der Nacht waren nach Feuerwehr-Angaben bis zu 340 Feuerwehrleute mit 68 Fahrzeugen im Einsatz. Ihnen gelang es, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Doch nun stehen weitere, langwierige Löscharbeiten bevor.

Im Entsorgungsbetrieb in Wulkaprodersdorf werden auch PET-Flaschen sortiert. Solche, in großen Ballen gelagerte Flaschen hätten im hinteren Bereich des Objektes zu brennen begonnen, schilderte Günter Prünner, Sprecher des Bezirksfeuerwehrkommandos Eisenstadt-Umgebung.

Brand breitete sich rasch aus

"Die Herausforderung ist, dass sich der Brand sehr rasch ausgebreitet hat", sagte Prünner. Es sei sehr rasch nachalarmiert worden: Gleich bei der Ausrückung sei der gesamte Feuerwehr-Abschnitt aktiviert worden.

Neben dem Brandherd habe sich ein Förderband befunden, das in eine Halle führt. Diese Halle habe man vor dem Übergreifen der Flammen schützen müssen. Das Gebäude sei dennoch durch Rauch und Hitze in Mitleidenschaft gezogen worden.

Wenig Wasser

Wegen der starken Rauchentwicklung mussten die Löscharbeiten unter Einsatz von Atemschutz durchgeführt werden. "Die große Herausforderung war aber eher nicht der Rauch, sondern dass wir zu wenig Wasser gehabt haben für das große Brandereignis", berichtete Prünner. Deshalb musste mit sechs bis sieben jeweils über 600 Meter langen Zubringerleitungen vom Hirmerbach Wasser herbeigeschafft werden. Außerdem wurden Großraumtanklöschfahrzeuge aus Wiener Neustadt und aus Gols alarmiert.

Im Lauf der Nacht waren fast die gesamten Wehren des Bezirkes Eisenstadt-Umgebung im Einsatz. Gegen 3.45 Uhr war das Feuer unter Kontrolle. Doch dürften noch langwierige Löscharbeiten bevorstehen. Wahrscheinlich werde es bis Montag dauern, bis die letzten Brandherde gelöscht seien, schätzte Prünner.

Ein Feuerwehrmann verletzt

"Man muss jetzt die ganzen Ballen auseinandernehmen mit einem Bagger und die einzelnen Schaufeln direkt ablöschen", erläuterte der Feuerwehr-Sprecher. Dies könne erfahrungsgemäß noch einige Tage dauern.

Das Rote Kreuz war mit zehn Kräften und fünf Fahrzeugen an Ort und Stelle. Bei dem Einsatz wurde laut Prünner ein Feuerwehrmann bei einem Sturz verletzt. Er wurde ebenso wie ein zweiter Feuerwehrmann, der nach Angaben der Landessicherheitszentrale (LSZ) Burgenland leicht verletzt wurde, ins Spital nach Eisenstadt gebracht.

Gegen 5.45 Uhr begannen am Samstag die Nachalarmierungen der Feuerwehren, um die Einsatzkräfte ablösen zu können, hieß es von der LSZ. Dazu wurden bisher noch nicht ausgerückte Kräfte im Bezirk Eisenstadt-Umgebung und Wehren im Bezirk Mattersburg verständigt. Vorerst wurden neun Feuerwehren alarmiert. Auch das Rote Kreuz bereitete die Ablöse der Schnelleinsatzgruppe aus Eisenstadt durch Kräfte aus Mattersburg vor.

Enormer Schaden

Der Brand stellt den Familienbetrieb vor große Herausforderungen. "Der Schaden ist schon enorm", sagte Seniorchef Oswald Hackl. Der Unternehmer ortet zudem mögliche Hinweise in Richtung Brandstiftung, denen die Polizei nachgehe, bestätigte er einen Bericht des ORF Burgenland.

Vieles spräche gegen eine Selbstentzündung, etwa die niedrigen Außentemperaturen. Außerdem seien im Bereich des Brandes keine organischen Stoffe gelagert gewesen. Dass ein Feuer hingegen zugleich an zwei wenige Meter voneinander entfernten Stellen entstehe, sei ungewöhnlich.

Der Brand betraf auch eine Ersatzbrennstoffanlage zur Herstellung von Brennstoff für die Zementindustrie. "Die Anlage ist sehr lädiert", schilderte Hackl – ebenso wie eine Halle, bei der man vermutlich das Dach abnehmen werde müssen.

Man werde sicher versuchen, den Betrieb aufzunehmen, um die Kunden in kürzester Zeit zufriedenstellen können, meinte der Seniorchef. Eine Überlegung sei, eine ähnliche, kleinere Anlage aufzustellen. Bis zum vollen Betrieb der in Mitleidenschaft gezogenen Ersatzbrennstoffanlage könnte fast ein Jahr vergehen.

Die Ursachenforschung liegt nun bei den Bezirksbrandermittlern und ihre Kollegen vom Landes- und Bundeskriminalamt. Samstagnachmittag habe ein Polizeihubschrauber das Firmengelände überflogen, um sich ein genaues Bild der Lage zu machen, hieß es von der Landespolizeidirektion. Man gehe darüber hinaus jedem Hinweis nach. (APA, 21.10.2017)

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