US-Flugbehörde warnt vor explodierenden Akkus in Gepäckraum

    20. Oktober 2017, 18:12
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    Überlegung, Laptops aus dem Gepäckraum zu verbannen – Unterstützung von Europäischer Union und Airbus

    Die US-Bundesluftfahrtbehörde spricht sich dafür aus, sämtliche größere elektronische Gegenstände wie Laptops aus dem aufgegebenen Gepäck zu verbannen. Als Grund hierfür wird eine "verheerende Explosionsgefahr" angegeben, die von solchen Geräten mit Lithium-Ionen-Akku ausgehen soll. In einem Paper verweist die Behörde auf Tests mit Laptop-Akkus, die im Falle einer Überhitzung in der Nähe einer Spraydose eine fatale Explosion auslösen könnten.

    Entscheidung in den kommenden Tagen

    Der für Flugsicherheit zuständigen UN-Behörde wurde das Paper nun vorgelegt – sie ist für Sicherheitsstandards zuständig. Die Mitglieder müssen nun darüber entscheiden, ob der Laptop-Bann wie vorgeschlagen in Kraft tritt. In den kommenden Tagen soll darüber bei einem Meeting in Montreal entschieden werden.

    Explosion nach bereits 40 Sekunden

    Insgesamt zehn Tests führte die US-Bundesluftfahrtbehörde durch, bei denen der Akku eines Laptops in einer Tasche mit einem Heizstrahler erwärmt wurde. Bei einem Test wurde eine Dose Trockenshampoo am Laptop angebracht, und innerhalb kürzester Zeit kam es zu einem Feuer und nach bereits 40 Sekunden zu einer Explosion. Bei anderen Mitteln wie Nagellackentfernern und Desinfektionsmitteln wurde ebenso ein Feuer ausgelöst.

    EU-Behörde ebenso dafür

    Der Laptop-Bann für abgegebenes Gepäck bekam auch Zuspruch von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit und Airbus, dem größten Flugzeughersteller. Bisher wurde eine Überlegung bezüglich eines Verbots nicht öffentlich kommuniziert. Im Juni stand zumindest in den USA ein vollständiges Verbot der Laptop-Nutzung im Passagierbereich im Raum, damals entschied man sich aber vorerst dagegen und kündigte stattdessen schärfere Sicherheitschecks durch.

    Brand auf österreichischer Autobahn

    Lithium-Akkus sind mittlerweile Standard bei Consumer-Elektronikgeräten, aber auch bei Elektroautos wie Tesla. Sie bieten vergleichsweise mehr Energie auf geringerem Raum, können sich allerdings bei einem Fehler selbst entzünden. Erst kürzlich gab es einen Zwischenfall auf einer österreichischen Autobahn – ein Tesla brannte nach einem Unfall vollständig aus. Seit 2006 sollen, wie "Chicago Tribune" berichtet, bereits drei Frachtflugzeuge zerstört worden sein, auch hier wird vermutet, dass dies auf Lithium-Ionen-Akkus zurückgeht beziehungsweise durch diese beschleunigt wurde. (red, 20.10.2017)

    • Foto von einem der Tests mit Lithium-Ionen-Akkus.
      foto: faa

      Foto von einem der Tests mit Lithium-Ionen-Akkus.

    • Wohl bald ein Bild aus der Vergangenheit.
      foto: lucas jackson / reuters

      Wohl bald ein Bild aus der Vergangenheit.

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