RBI will erstmals seit 2013 wieder Dividende ausschütten

20. Oktober 2017, 11:12
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"Es geht uns wesentlich besser als in den vergangenen Jahren", sagt Finanzvorstand Grüll

Wien – Die börsennotierte Raiffeisen Bank International (RBI) wird laut ihrem Finanzvorstand Martin Grüll für das laufende Geschäftsjahr erstmals seit 2013 wieder eine Dividende auszahlen. Dies soll auch in den kommenden Jahren der Fall sein, sagte Grüll am Freitag auf der Gewinn-Messe in Wien.

"Es geht uns wesentlich besser als in den vergangenen Jahren", sagte Grüll. In diesem Jahr habe die RBI im ersten Halbjahr bereits wieder 600 Mio. Euro verdient. Aus den Märkten, die weit weg von Österreich waren, habe man sich zurückgezogen – etwa aus China, den USA und Slowenien, und die Ukrainetochter habe man wieder fit gemacht.

Ungarn gehe auch wieder wesentlich besser. Zudem habe die Fusion mit der Raiffeisen Zentralbank (RZB) die Komplexität in der Unternehmensstruktur wesentlich reduziert. "Summa summarum geht es uns wesentlich besser", so Grüll.

Turnaround in der Ukraine

Der Turnaround in der Ukraine sei wirklich bemerkenswert, führte Grüll aus. Im ersten Halbjahr habe man dort 100 Mio. Euro verdient, die Risikokosten gingen gegen Null. Viele notleidende Kredite seien wieder einbringlich geworden.

Russland sei und bleibe die Cashcow der Gruppe. "Wir machen dort nicht nur Gewinne, sondern bekommen wirklich eine Dividende heraus", so Grüll. Die Risikokosten seien zufriedenstellend. Aus dem Osten des Landes habe man sich zurückgezogen und konzentriere sich auf St. Petersburg und Moskau.

In Ungarn habe sich die deutliche Reduktion der Bankenabgabe positiv ausgewirkt. Von der Risikosituation und politischen Situation her habe es sich für die Banken dramatisch verbessert. Aus Slowenien habe sich die RBI zurückgezogen, weil das Land und der Marktanteil zu klein waren.

Umbruch in Österreich

Auch auf die österreichischen Banken komme ein Umbruch zu. In Polen oder Weißrussland würden Kunden ihre Bankgeschäfte bereits zu 60 Prozent über Mobilbanking abwickeln. In Polen werde man 25 Mio. Euro in digitales Banking investieren, auch in Tschechien, Rumänien und Russland. "Es wird eine Revolution kommen", so Grüll. Die Fintechs sehe er in diesem Zusammenhang nicht als Bedrohung, sondern als Chance.

Im Zusammenhang mit dem Verkauf von Anteilen an der Polentochter gebe es nichts neues zu berichten

"Die Bankenkrise ist wirklich vorbei", meinte Grüll. Die Bankenunion sei mit Ausnahme der einheitlichen Einlagensicherung abgeschlossen. Die Banken stünden auf sicheren Beinen, die Kapitalquoten hätten sich fast verdoppelt. "Nun können wir uns auf Kundenservice und Digitalisierung konzentrieren", meinte Grüll. (APA, 20.10.2017)

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