AT&S-Chef: Haben Kehrtwende eingeleitet

    19. Oktober 2017, 15:41
    posten

    Gerstenmayer: Haben in China technologisch einen Riesenschritt gemacht –

    Der Chef des börsennotierte Leiterplattenhersteller AT&S, Andreas Gerstenmayer, geht davon aus, dass das von ihm geleitete Unternehmen dieses Jahr die Kehrtwende eingeleitet hat. "Wir sind auf dem richtigen Weg, aber noch immer in einem Bereich, der noch nicht dem Unternehmenswert entspricht", sagte Gerstenmayer am Donnerstag auf der Gewinn Messe.

    AT&S hat wie berichtet in der Vorwoche seine Umsatz- und Gewinnprognosen deutlich nach oben revidiert. Der Aktienkurs ist in der Folge von rund 12 auf 17 Euro gesprungen.

    Entscheidend für die Kehrtwende seien die Investitionen in die beiden großen Werke in China gewesen. "Wir haben in China einen Riesenschritt gemacht. Wir haben uns vom Dorfschmied zum Hightech-Schmied entwickelt", sagte Gerstenmayer.

    "Vor uns hat des keiner in nur drei Jahren geschafft"

    Insgesamt 520 Mio. Euro habe AT&S in den Ausbau der beiden Werke gesteckt und einen Technologiesprung gemacht. "Vor uns hat des keiner in nur drei Jahren geschafft", so Gerstenmayer.

    AT&S sei weltweit die Nummer drei. Im Unterschied zur Nummer eins fahre AT&S eine evolutionäre Strategie, während die anderen mehr eine Akquisitionsstrategie fahren. Technologisch werde man sie sukzessive überholen, volumenmäßig nicht. "Was ist nachhaltiger?", fragte Gerstenmayer. Mit der Nummer zwei liefere man sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. AT&S wolle technologisch führend sein und gutes Geld verdienen.

    Keine Sorge macht sich Gerstenmayer bezüglich Industriespionage in China. "In China gibt es keine Geheimnisse, auch wir bekommen alle Informationen über die anderen". Problem sei dies deswegen keines, weil es sich bei der Leiterplattenindustrie um eine Prozesstechnologie handle, das Know-how also vor allem im Fertigungsprozess selbst liege. "Wir sind ein Technologieunternehmen und kein Produktunternehmen."

    "All-in-one"

    Das Kerngeschäft der AT&S seien neue Technologien und Verbindungslösungen. In Zukunft werde man mehr integrierte Technologien brauchen. Die Wertschöpfungskette müsse verbreitert werden, Bauelemente integriert und das Angebot um eine Technologie-Box erweitert. Zusätzliche Kunden will Gerstenmayer durch neue Anwendungen und eine breitere Positionierung in der Wertschöpfungskette erreichen. Ziel sei ein "All-in-one"-Anbieter.

    Egal, welche großen Trends man sich ansehe, autonomes Fahren oder Digitalisierung, am Ende komme alles auf das Gleiche heraus: die Geräte werden immer mehr vernetzt und intelligenter und dazu sei immer Technologie von AT&S notwendig. "Big Data" und "Data Analytics" werden noch eine Menge an elektronischer Ausrüstung und Leistungsfähigkeit der Bausteine erfordern. Ein weiterer Wachstumstreiber sei die Miniaturisierung und Modularisierung. (APA, 19.10. 2017)

    Link

    AT&S

    Share if you care.