Tippi Hedren: "Hitchcock sagte, dass er meine Karriere ruinieren würde"

    19. Oktober 2017, 14:20
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    "Die Vögel"-Star wurde nach eigenen Angaben Opfer von Belästigung. Sie will Frauen ermutigen, gegen Übergriffe aufzustehen

    London – Die US-Schauspielerin Tippi Hedren, Star aus Alfred Hitchcocks Meisterwerk "Die Vögel", hat dafür geworben, dass noch mehr Frauen Front gegen sexuelle Belästigung machen. "Macht weiter! Das ist der einzige Weg, dass es aufhört", sagte die 87-Jährige am Donnerstag in einem Interview mit Sky News. Sie bezog sich dabei auch auf die zahlreichen Vorwürfe gegen Hollywood-Produzent Harvey Weinstein.

    Es gebe "keinen Grund auf der Welt", dass Frauen sich mit sexuellen Übergriffen abfinden müssten, sagte Hedren, die nach eigener Aussage in den 1960er-Jahren von Erfolgsregisseur Hitchcock sexuell belästigt wurde. Frauen hätten das "Recht", ihre Haltung zu dem Thema öffentlich zu machen. Betroffen seien bei Weitem nicht nur Frauen in der Filmbranche.

    Hedren war durch den Thriller "Die Vögel" von 1963 über Nacht zum Star geworden. Vergangenes Jahr und damit lange Zeit nach Hitchcocks Tod 1980 beschuldigte Hedren den britischen Regisseur, er habe sie sexuell belästigt. Als sie seine Avancen zurückgewiesen habe, habe er versucht, sie einzuschüchtern.

    Dutzende Schauspielerinnen

    "Alfred Hitchcock sagte, dass er meine Karriere ruinieren würde, und ich bin aufgestanden und als ich durch die Tür ging, habe ich gesagt: 'Tun Sie, was Sie tun müssen'", schilderte Hedren die Situation. Sie habe darauf reagiert mit dem "besten Türschlagen, das ich je gemacht habe". Hedrens Tochter Melanie Griffith und Enkelin Dakota Johnson sind ebenfalls erfolgreiche Schauspielerinnen.

    Nachdem in den vergangenen Tagen Dutzende Schauspielerinnen und andere Frauen dem lange sehr einflussreichen US-Produzenten Harvey Weinstein sexuellen Missbrauch und in ein paar Fällen sogar Vergewaltigung vorgeworfen hatten, hatte die US-Schauspielerin Alyssa Milano einen Aufruf an alle Opfer sexueller Gewalt gestartet. Unter dem Schlagwort "#MeToo" (Ich auch) berichteten daraufhin Zehntausende Frauen im Kurzmitteilungsdienst Twitter über ihre Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen. (APA, 19.10.2017)

    • Tippi Hedren: "Macht weiter! Das ist der einzige Weg, dass es aufhört".
      foto: reuters/fred prouser

      Tippi Hedren: "Macht weiter! Das ist der einzige Weg, dass es aufhört".

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