Milliardär Soros vermeidet mit Vermögensübertragung Steuerzahlungen

18. Oktober 2017, 16:12
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US-Fondsmanagern wurden bis Jahresende Steuern für Offshore-Fonds gestundet – Viele unterstützen jetzt Wohlfahrtsorganisationen

New York – Steuervermeidung ist laut einem Bericht der Wirtschaftsagentur Bloomberg der Hauptgrund, warum der US-Milliardär George Soros in den letzten Jahren insgesamt 18 Milliarden US-Dollar (15,3 Milliarden Euro) in die eigene "Open Society Foundation" (OSF) übertragen hat. Demnach stehen bei US-Hedgefonds-Managern bis Jahresende Steuernachzahlungen an.

Fondsmanager haben laut dem Bericht noch bis Jahresende Zeit, Steuern für Provisionseinnahmen zu zahlen, die sie von Investoren in Offshore-Fonds erhalten haben. Diese Steuerlast sei ihnen bis Jahresende gestundet worden.

Viele dieser Hedgefondsmanager würden jetzt wohltätige Organisationen unterstützen – inklusive ihrer eigenen Stiftungen, um die auf sie zukommende Steuerlast zu reduzieren, heißt es im Bericht.

So hat auch Soros laut einem Sprecher der Stiftung im Laufe der letzten Jahre fast 18 Milliarden US-Dollar an seine Open Society Foundation transferiert.

100 Milliarden offshore

US-Steuerexperten schätzen, dass die Hedgefondsmanager insgesamt mindestens 100 Milliarden Dollar offshore liegen haben. Vermögensverwalter wie Soros würden einer Einkommensteuer von 39,6 Prozent unterliegen, plus weiteren staatlichen und kommunalen Abgaben.

Als der Kongress die Steuererleichterung im Jahr 2008 beseitigte, gab er den Fondsmanagern bis 31. Dezember 2017 Zeit, ihr Geld wieder nach Hause zu bringen und zu versteuern.

Per Ende 2013 hatte Soros in seinem Soros Fund Management 13,3 Milliarden US-Dollar durch steuerschonende Verschiebungen angesammelt, geht Bloomberg zufolge aus den Daten irischer Behörden hervor. Es sei unklar, wie stark der Geldtopf seither noch angewachsen sei.

20 Prozent Ertrag

Bis 2011 erbrachte Soros' Quantum Fonds im Durchschnitt jährliche Erträge von 20 Prozent. Danach zahlte er die Investoren aus und baute seine Firma in ein Family-Office um, dass ausschließlich für ihn, seine Familienmitglieder und die Open Society Foundation investiert.

Die Soros-Stiftung kam wie berichtet dieses Jahr in Ungarn als Eigentümerin der Central European University (CEU) in Budapest in die Schlagzeilen. Der ungarische Regierungschef Victor Orban will sie per Gesetz schließen lassen. Er wirft Soros vor, über von ihm unterstützte zivile Hilfsorganisationen die massenhafte Migration nach Europa zu "organisieren". (APA, 18.10.2017)

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