Regisseur Serebrennikow bis Jänner unter Hausarrest

    18. Oktober 2017, 11:00
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    Vorwurf der Veruntreuung öffentlicher Gelder

    Moskau – Der russische Theaterregisseur Kirill Serebrennikow steht wegen Betrugsverdachts für drei weitere Monate unter Hausarrest. Das hat ein Moskauer Gericht am späten Dienstagabend entschieden. Die Maßnahme gelte weiter bis 19. Jänner, hieß es der Agentur Tass zufolge.

    Serebrennikow ist seit August unter Hausarrest gestellt. Er darf bis auf zwei Stunden am Tag seine Moskauer Wohnung nicht verlassen. Ungenehmigter Besuch und Telefonate sind untersagt.

    Dem Leiter des Moskauer Gogol-Theaters wird die Veruntreuung staatlicher Förderung in Höhe von 68 Millionen Rubel (knapp eine Million Euro) vorgeworfen. Der 48-Jährige bestreitet dies. Drei seiner früheren Mitarbeiter wurden deswegen im Mai verhaftet. Er selbst wurde im August bei Dreharbeiten in St. Petersburg festgenommen.

    Serebrennikows Verteidigung wollte mindestens eine Freilassung für die nächsten Tage erreichen, damit der Starregisseur einen Film vollenden könne, hieß es. Auch dies genehmigte das Gericht nicht.

    Auch die Premiere der Märchenoper "Hänsel und Gretel" an der Stuttgarter Staatsoper wird am kommenden Sonntag (22. Oktober) ohne den Regisseur stattfinden. Ebenso wird Serebrennikow im Dezember nicht an der Premiere der umstrittenen Ballettaufführung "Nurejew" über den russischen Tänzer Rudolf Nurejew in Moskau teilnehmen.

    Zahlreiche russische und internationale Künstler hatten sich mit Serebrennikow solidarisiert und seine Freilassung gefordert. (APA, 18.10.2017)

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