US-Diplomat kritisiert Einschränkung der Medienfreiheit in Ungarn

    17. Oktober 2017, 17:00
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    Journalisteneinschüchterung sei eine "besonders alarmierende Entwicklung"

    Budapest/Washington – Der Geschäftsträger der US-Botschaft in Budapest, David Kostelancik, hat die Einschränkung der Medienfreiheit durch Ungarns rechts-nationale Regierung kritisiert. "In den vergangenen Jahren haben die USA mehrfach die negativen Trends im Bereich der Pressefreiheit in Ungarn zur Sprache gebracht", sagte der Diplomat am Dienstag in Budapest. "Unglücklicherweise setzen sich diese negativen Trends weiter fort", fügte er hinzu.

    Regierungsfreundliche Geschäftsleute kaufen Medien

    Kostelancik äußerte seine Kritik in einer Rede am Sitz des Ungarischen Journalisten-Verbands (MUOSZ). Er beanstandete etwa, dass mit der Regierung verbündete Geschäftsleute immer mehr Medienunternehmen in den Bereichen Print, Rundfunk, Fernsehen und Internet aufkaufen würden. Diese Medien würden dann keine regierungskritischen Beiträge mehr veröffentlichen dürfen. Zugleich würden sie von staatlichen Einrichtungen und staatsnahen Unternehmen erhebliche Mittel für Werbung und Anzeigen erhalten.

    "Bedrohung": Listen mit Journalisten

    Der US-Diplomat kritisierte, dass von der Regierung kontrollierte Medien zuletzt Listen mit Namen von Journalisten veröffentlichten, die als "Bedrohung" für das Land angeprangert wurden. Kostelancik nannte dies eine "besonders alarmierende Entwicklung". "Die USA verurteilen ohne Einschränkung jeden Versuch, Journalisten einzuschüchtern oder zum Schweigen zu bringen", betonte er.

    Wegen ihres autoritären Regierens wird die Führung von Ministerpräsident Viktor Orban auch bei der EU und beim Europarat immer wieder kritisiert. (APA, dpa, 17.10.2017)

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