Madagaskar: Zahl der Pest-Erkrankungen stark gestiegen

    17. Oktober 2017, 12:04
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    Behörden und WHO sind besorgt, weil sich die Lungenpest unter anderem in der dicht besiedelten Hauptstadt Antananarivo ausbreitet

    Antananarivo – Die Zahl der Pest-Erkrankungen in Madagaskar hat sich innerhalb einer Woche mehr als verdoppelt. Inzwischen sind laut Angaben der Behörden 805 Menschen erkrankt, von denen knapp 600 an der hochgefährlichen und leicht übertragbaren Lungenpest leiden.

    Mindestens 74 Menschen sind an den Folgen der Infektion gestorben, erklärte die Katastrophenschutzbehörde am Dienstag. Vor einer Woche waren es noch 350 Pest-Erkrankungen und 40 Todesfälle.

    Die Epidemie in dem Inselstaat vor der Südostküste Afrikas hatte Anfang September begonnen. Kleinere Ausbrüche der Beulenpest sind in Madagaskar nicht ungewöhnlich. Die gegenwärtige Epidemie ist jedoch bedeutend heftiger. Bei der Mehrheit der Erkrankungen handelt es sich um die leicht übertragbare Lungenpest.

    Gute Heilungschancen bei früher Diagnose

    Örtliche Behörden und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind besorgt, weil sich die Lungenpest unter anderem in der dicht besiedelten Hauptstadt Antananarivo ausbreitet. Die WHO hat wegen der Epidemie rund 1,5 Millionen Dosen Antibiotika zur Behandlung und Prophylaxe nach Madagaskar geschickt.

    Verursacher der Pest ist das Bakterium Yersinia pestis. Der Erreger wird meist durch infizierte Flöhe von Ratten übertragen. Eine Infektion führt zunächst zu Symptomen wie bei einer schweren Grippe, dann schwellen Lymphknoten zu dicken Beulen an. Bei früher Diagnose sind die Heilungschancen durch Antibiotika sehr hoch. Im fortgeschrittenen Stadium kann eine Beulenpest zur Lungenpest führen. Diese wird dann durch Tröpfchen übertragen, ähnlich wie eine Grippe. Sie führt unbehandelt schnell zum Tod. (APA, dpa, 17.10.2017)

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