Wie Sie mit drei Fragen die stimmenstärkste Partei einer Gemeinde erraten können

    Infografik18. Oktober 2017, 09:10
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    Computergestützte Analyse zeigt Formel, mit der ein Wahlsieg einer Partei auf Gemeindeebene mit wenigen Fragen zu prognostizieren ist

    Mit ein bis drei Fragen über eine Gemeinde können Sie mit über 75-prozentiger Genauigkeit herausfinden, welche Partei dort bei der Nationalratswahl die meisten Stimmen erhalten hat. Das heißt: Folgt man den Pfeilen entlang der Parameter, die auf eine Gemeinde zutreffen, landet man drei von vier Malen bei der tatsächlichen stimmenstärksten Partei in dieser Gemeinde.

    Die Entscheidungsbäume basieren auf dem Wahlergebnis mit den bislang ausgezählten Wahlkarten, wo sie eindeutig Gemeinden zuzuordnen sind, etwa in Städten.

    Bundesländer haben großen Einfluss auf die stimmenstärkste Partei

    Die wichtigste Frage ist die nach dem Bundesland: Das liegt auch daran, dass in 81 Prozent der Gemeinden in Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg die ÖVP eine relative Mehrheit erreicht hat. Liegen Gemeinden in den verbleibenden Bundesländern, werden noch Fragen nach Arbeitslosenrate, Lehrabschluss und Einwohnern mit Migrationshintergrund nötig, um eine Genauigkeit von 75 Prozent zu erreichen.

    Bei den Entscheidungsbäumen, die nur eine Partei betreffen, können sogar mit größerer Sicherheit Entscheidungen getroffen werden.

    ÖVP

    Neben dem Bundesland müssen bei der ÖVP auch die Arbeitslosenrate, der Anteil von Einwohnern mit Migrationshintergrund, die Zahl der Einwohner und der Anteil der Einwohner mit Lehrabschluss bekannt sein, um 81 Prozent der Gemeinden in ÖVP-Gemeinden und Nicht-ÖVP-Gemeinden einzuteilen.

    SPÖ

    Mit einer Genauigkeit von 89 Prozent lässt sich sagen, ob eine Gemeinde auf der Karte rot gefärbt wurde, wenn man folgende Informationen zur Hand hat: Bundesland, Einwohner, Drittstaatsangehörige, Anteil der Einwohner unter 30 und über 60 und den Anteil der Einwohner mit Lehrabschluss.

    FPÖ

    Bei Gemeinden außerhalb Kärntens und der Steiermark liegt die Wahrscheinlichkeit bei 90 Prozent, dass die FPÖ nicht den ersten Platz erreicht hat. Für die Einordnung der Kärntner Gemeinden ist der Anteil der Personen mit Lehrabschluss die relevanteste Frage. In der Steiermark benötigt man für die beste Einschätzung die Arbeitslosenrate und den Anteil der Personen, deren höchste Ausbildung der Sekundarstufe II (etwa AHS, BHS, BMS) oder einem Kolleg-Diplom entspricht. So kommt man bei 87 Prozent der Gemeinden auf das korrekte Ergebnis.

    Für diese Analyse wurden zahlreiche Parameter herangezogen, beispielsweise die Arbeitslosenquote, Drittstaatsangehörige, Altersgruppen, Bildungsstand und Einwohnerzahl. Die Bäume werden mithilfe des CART-Algorithmus erstellt, der in jedem Schritt für die vorhandenen Daten die beste Trennung entlang eines Parameters sucht. Die resultierenden Bäume wurden schließlich grafisch aufbereitet und visuell vereinfacht.

    Inspiriert wurde diese Analyse durch Arbeiten der "Berliner Morgenpost". (Sebastian Kienzl, 18.10.2017)

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