US-Höchstgericht entscheidet über US-Zugriff auf E-Mails in Europa

    16. Oktober 2017, 17:38
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    Microsoft hatte sich geweigert, in Irland gespeicherte E-Mails an US-Behörden weiterzuleiten

    Müssen US-Unternehmen, die global agieren, all ihre Daten an US-Behörden weitergeben? Diese Frage wird vom Supreme Court, dem US-Höchstgericht, entschieden werden. Auslöser ist ein Streit zwischen Microsoft und dem US-Justizministerium. Staatsanwälte forderten von Microsoft den Zugriff auf E-Mails, die in Irland gespeichert sind. Der betroffene Nutzer, der des Drogenhandels verdächtigt wird, gab an, Ire zu sein. Das US-Justizministerium hatte hingegen argumentiert, dass Microsoft sich als US-Konzern an US-Recht halten müsse.

    Vertrauensfrage

    Nach den Snowden-Enthüllungen zum globalen Spionagenetz der USA kämpfen große Tech-Konzerne um das Vertrauen ihrer Kunden. Wenn der Supreme Court Microsoft zur Freigabe der E-Mails zwingt, wäre die Optik für das Silicon Valley fatal. Die Entscheidung könnte einen Wechsel der Kunden zu europäischen Anbietern bewirken. Die Frist für ein Urteil läuft bis Juni 2018. (red, 16.10.2017)

    • Microsoft wehrt sich gegen die Datenweitergabe an US-Behörden
      foto: ap/euler

      Microsoft wehrt sich gegen die Datenweitergabe an US-Behörden

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