Endgültiges Aus für Ex-McDonald's-Chef Wimmers Schnitzelhaus

16. Oktober 2017, 14:02
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Die Sanierung der Gastrokette ist gescheitert, Investorengespräche blieben erfolglos

Wien – Im Februar haben die Gläubiger den Sanierungsplan für die Gastrokette Schnitzelhaus mit überwältigender Mehrheit angenommen. Nun berichten Creditreform und AKV, dass die Sanierung gescheitert ist. Die zweite Teilquote konnte nicht mehr an die Gläubiger bezahlt werden. Investorengespräche sind erfolglos geblieben.

Schnitzelhaus-Betreiber Food4you GmbH gehört dem früheren McDonald's-Österreich-Chef Christian Wimmer. Das Schnitzelhaus wurde noch im Februar an 22 Standorten in Wien, Niederösterreich, dem Burgenland, Oberösterreich und Salzburg betrieben. Als Insolvenzursache wurde damals angegeben, dass man die Restaurantkette im Herbst 2014 übernommen und in der Folge die meisten bestehenden Franchiseverträge gekündigt hatte, um die Restaurantkette selbst zu führen. Durch die Kündigung der Franchisenehmer kam es jedoch zu erheblichen ungeplanten Aufwendungen, da teilweise auch gerichtliche Schritte zu ergreifen waren.

Größere Restaurants

Laut Wimmer, der bis 2004 Chef von McDonald's in Österreich war, wollte sich die Food4you in der Folge "auf größere Restaurants in Hochfrequenzlagen" konzentrieren. Zuletzt betrieb man noch acht Filialen.

Betroffen sind 150 Gläubiger und 44 Arbeitnehmer. Die Passiva belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Euro. Das Unternehmen soll zunächst fortgeführt und dann verwertet werden.

Die Food4you gmbh hatte im November 2016 ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Der im Februar 2017 vorgelegte Sanierungsplan wurde von den Gläubigern mit überwältigender Mehrheit angenommen. Die Summe der anerkannten Forderungen von 139 Gläubigern und 78 Dienstnehmern betrug 4,3 Mio. Euro. Seit Ende September konnten laut AKV Löhne und Gehälter nicht mehr ausbezahlt werden.

Vereinbart wurde nach damaligen Angaben von KSV1870 und AKV, dass das Unternehmen eine Sanierungsplanquote in Höhe von 20 Prozent in vier gleichen Raten zu je fünf Prozent an die Gläubiger bezahlt. Die Finanzierung des Sanierungsplans sollte mit Hilfe eines Investors erfolgen. (red, 16.10.2017)

  • Die Sanierung ist nicht gelungen.
    foto: apa/ artinger

    Die Sanierung ist nicht gelungen.

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