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Infografik16. Oktober 2017, 19:07

ÖVP auf dem Land, SPÖ in der Stadt: Das Wahlverhalten an der Urne unterscheidet sich regional stark. Ländliche Regionen wählen traditionell konservativer als urbane Zentren.

Eine interaktive Version dieser Karte finden Sie auf austromorph.space.

Wenn am Sonntag nur rurale Gemeinden gewählt hätten, käme die ÖVP auf 38 Prozent und die FPÖ auf 29 Prozent – eine komfortable Zweidrittelmehrheit. In urbanen Zentren wie Wien und Graz haben die Sozialdemokraten viele Wähler von den Grünen gewonnen und liegen auf Platz eins – klar mit 33 Prozent im Vergleich zu den Freiheitlichen (23 Prozent) und der Volkspartei (22 Prozent).

Das spiegelt sich auch in einer Gewinn-Verlust-Rechnung für die Parteien in Form von Karten wider: Besonders in Oberösterreich und Tirol ist das Gefälle im Wahlverhalten zwischen Stadt und Land groß.

Gewinne und Verluste

Die folgenden Karten zeigen die Gewinne und Verluste der Parteien in jeder Gemeinde. Berge nach oben in der Parteifarbe stellen einen Gewinn in der jeweiligen Gemeinde dar, Pfeilspitzen nach unten Verluste. Je breiter ein Berg, desto mehr Stimmen wurden in der Gemeinde abgegeben.

SPÖ

Verluste im Burgenland, Gewinne in den Städten und im Westen

ÖVP

Kaum Verluste, viele Gewinne. Überraschende Verluste in Niederösterreich

FPÖ

Mehr Gewinne auf dem Land als in den Städten

Neos

Verluste in Vorarlberg und Wien, Gewinne in Oberösterreich

Grüne

Landesweite Verluste

Pilz

Große Unterstützung in den Städten und im Umland

(Gerald Gartner, Markus Hametner, 16.10.2017)

Wie funktioniert die Kategorisierung in urbanes Zentrum, städtische Region oder ländlichen Raum?
Die Kategorisierung der Gemeinden erfolgte nach einem Kriterienkatalog der EU-Kommission. Wesentlich für die Zuordnung ist die Einwohnerdichte auf einen Quadratkilometer großen Rastern. Es sind drei Klassen zu unterscheiden:

  1. Dichtbesiedelte Gebiete: mehr als 1.500 Einwohner/Quadratkilometer und mehr als 50.000 Einwohner insgesamt.
  2. Gebiete mit mittlerer Bevölkerungsdichte: mehr als 300 Einwohner/Quadratkilometer und mehr als 3.000 Einwohner insgesamt.
  3. Dünnbesiedelte Gebiete: Gemeinden mit niedrigerer Bevölkerungsdichte als bei vorhergehenden Kategorien.

Welche Stimmen sind in der Analyse enthalten?
Die Auswertung basiert auf den Zahlen des vorläufigen Endergebnisses. Wahlkarten sind nicht enthalten, weil diese nur auf Ebene der Bezirke zugewiesen werden. Bei Statutarstädten ist zu beachten, dass die Vergleichsdaten von 2013 die Briefwahlstimmen enthalten, die Daten von 2017 nicht.

Ehre, wem Ehre gebührt
Danke an das Interaktiv-Team der "Berliner Morgenpost", das ähnliche Gewinn- und Verlustgrafiken für die Bundestagswahl erstellt und auch den Code dazu veröffentlicht hat. Diesen konnten wir mit leichten Veränderungen (die Breite der Pfeile ist bei uns von der Zahl der abgegebenen Stimmen abhängig) übernehmen.

Datenquellen: BMI, Gemeindegrenzen: BEV