Sieben verbindliche Angebote für Alitalia eingetroffen

16. Oktober 2017, 20:54
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Frist für Einreichung der Offerten abgelaufen – Lufthansa würde Personal halbieren

Rom – Sieben verbindliche Angebote sind für die Übernahme der Alitalia eingetroffen. Dies berichteten die Sonderverwalter der krisengeschüttelten italienischen Airline nach Ablauf der Frist für die Einreichung der Angebote. Diese werden jetzt von den drei Sonderverwaltern geprüft, hieß es in einer Presseaussendung am Montagabend.

Angebote trafen laut Medienangaben von der AUA-Mutter Lufthansa, von Easyjet, sowie vom US-Investmentfonds Cerberus ein. Den Bericht der Tageszeitung "Corriere della Sera", nach dem der deutsche Branchenprimus 500 Millionen Euro für Flugzeuge samt Crews und Verkehrsrechte der Alitalia ausgeben will, kommentierte die Lufthansa nicht.

Die Regierung hatte erst vergangene Woche betont, Alitalia als Ganzes verkaufen und nicht den Flugbetrieb von den Bodendiensten trennen zu wollen. Allerdings scheint fraglich, ob es überhaupt jemanden gibt, der Alitalia als Ganzes übernehmen würde – die Fluggesellschaft gilt als unsanierbar. Der Billigflieger Ryanair hatte Ende September sein Interesse zurückgezogen.

Easyjet bekundete zwar gemäß einer Mitteilung vom Montagabend ebenfalls Interesse. Allerdings will auch die britische Billigfluggesellschaft nur für bestimmte, zu ihrer Strategie passende Teile von Alitalia bieten. Am Freitag hatte die Regierung in Rom die Frist für den endgültigen Abschluss des Verkaufsprozesses verschoben: Ende April 2018 soll alles unter Dach und Fach sein.

Jobstreichung

Lufthansas Plan sieht laut "Corriere della Sera" die Streichung von 6.000 Jobs bei der italienischen Airline vor, was einer Halbierung des Personals betrifft, berichtete das Blatt. Kurze und mittellange Flüge, die wegen der starken Konkurrenz von Lowcost-Gesellschaften weniger rentabel sind, sollen zugunsten von Langstreckenrouten reduziert werden.

Wegen der starken Stellenkürzungen sei die italienische Regierung entschlossen, das Angebot der Lufthansa vorerst auf Eis zu legen. Nicht ausgeschlossen werden Verhandlungen mit der Airline zur Reduzierung der bei Alitalia geplanten Jobkürzungen. Die Regierung bemüht sich, einen zerstückelten Verkauf der Alitalia abzuwenden. (APA, 16.10.2017)

  • Premier Paolo Gentiloni will Alitalia eine Zerstückelung ersparen. Ob das gelingt, ist noch offen.
    foto: afp/ tiziana fabi

    Premier Paolo Gentiloni will Alitalia eine Zerstückelung ersparen. Ob das gelingt, ist noch offen.

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