Ford Ka+: Streitbar gegen die Siebenschläfer

    16. Oktober 2017, 13:24
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    Auf alter Fiesta-Basis bringt Ford ein Auto für Leute, die aufs Geld und dabei nicht nur zu Dacia schauen

    Wien/Friaul – Der Ford Ka+ ist nicht unbedingt die erste Wahl für die Langstrecke, aber wir haben es gewagt und sind südwärts geeilt, Richtung Italien. Es geht, muss man sagen, wenn auch nicht unbedingt flott. Die angegebene Spitzengeschwindigkeit von immerhin 166 km/h zeugt von Optimismus, bei Steigungen auf der Autobahn ist man froh, die mögliche Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h halten zu können.

    Nicht übermotorisiert

    Selbst in der stärkeren Variante mit 85 PS ist der Ka+ nicht übermotorisiert, in der Stadt kann man dennoch flott damit unterwegs sein, da kommt es auch auf die Wendigkeit an. Ein noch knackigerer Motor, wie ihn Ford etwa beim Fiesta im Angebot hat, täte aber nicht schaden.

    Theoretisch fänden fünf Personen plus Gepäck Platz, diese Versuchsanordnung muss man aber nicht ausreizen. Wer dennoch hinten sitzen muss, findet zumindest in der Höhe ausreichend Platz, 1,80 Meter gehen sich gut aus, die Beinfreiheit ist freilich beschränkt. Zu zweit ist es dagegen richtgehend gemütlich, die hintere Sitzbank kann umgeklappt werden, dann geht erstaunlich viel hinein. Wir transportierten mit dem Ka+ auch eine Leiter, die so lang war wie das ganze Auto, da blieb die Heckklappe offen, auf ganz kurzen Wegen und ganz langsam geht das.

    Die Siebenschläfer

    Mit der Leiter versuchten wir übrigens einer Horde von Siebenschläfern im Dachgebälk zu Leibe zu rücken, und wer sehr tierlieb ist, wird sich freuen: Die Siebenschläfer zeigten sich nur bedingt beeindruckt und sind jedenfalls immer noch da: Sie amüsierten sich prächtig und ließen sich ihr Terrain nicht nehmen.

    Die Bezeichnung "plus" ist bei einem Automodell immer etwas zweischneidig, weil es suggeriert, dass es auch ein Minus geben müsse, etwa beim Vorgängermodell. Der Ka+ hat mit der Vergangenheit des Ka aber abgeschlossen, er baut auf dem ausgelaufenen Fiesta auf, ist allerdings ein paar Zentimeter kürzer, dennoch so lang, dass er aus dem Kleinstwagensegment herausfällt und durchaus selbstbewusst bei den Kleinwagen mitfährt.

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    Das große Plus bei diesem neuen Ka ist einmal der Preis, Einstieg ab 10.000 Euro. Auch der Verbrauch ist moderat, bei moderater Fahrweise sind das etwa fünf Liter Benzin. Gebaut wird der kleine Ford in Indien, die Verarbeitung ist solide, das viele Hartplastik dem Preis geschuldet. Sound und Klima gibt es gegen Aufpreis. (Michael Völker, 16.10.2017)

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    Ford

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

    • Postler-Gelb sagen Sie? Weit gefehlt, das ist Sahara-Gelb! Mit 85 PS haben wir hier die Topmotorisierung vor uns, die schwächere hätte 70.
      foto: michael völker

      Postler-Gelb sagen Sie? Weit gefehlt, das ist Sahara-Gelb! Mit 85 PS haben wir hier die Topmotorisierung vor uns, die schwächere hätte 70.

    • Platz ist für einen Kleinwagen reichlich, außer man lädt lange Leitern.
      foto: ford

      Platz ist für einen Kleinwagen reichlich, außer man lädt lange Leitern.

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