Drei Millionen Euro: Ministerien werben mehr als Parteien zusammen

    Video13. Oktober 2017, 12:28
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    Rechercheplattform Dossier errechnete den Bruttowerbewert der letzen sechs Wochen in sechs Tageszeitungen – Wolfgang Sobotka im "Inseraterennen" voran

    Wien – Das von der Rechercheplattform Dossier.at ausgerufene "Inseraterennen" ist entschieden: "Ministerien und Kanzleramt schalteten in den vergangenen 42 Tagen Anzeigen mit einem Bruttowerbewert von fast drei Millionen Euro – nur in den Zeitungen Krone, Heute, Österreich, Kurier, STANDARD und Presse", resümiert "Dossier": "Zum Vergleich: Die wahlwerbenden Parteien kamen im selben Zeitraum und in denselben Zeitungen auf 1,8 Millionen Euro."

    Regierungsinserate seien im Wahlkampf nichts Neues, schreibt die Rechercheplattform mit Verweis auf vergangene Urnengänge. Errechnet wurde der Bruttowerbewert der Inserate, Rabatte wurden nicht berücksichtigt.

    Als erster durchs Ziel ging das Innenministerium (BMI) unter Wolfgang Sobotka (ÖVP), wie "Dossier" auch via Video veranschaulicht – mit Wahlinformationen über Vorzugsstimmen und die Briefwahl. "Anzeigen im Bruttowert von 485.563 Euro sicherten dem BMI schließlich den Sieg vor dem Finanz- (BMF) und dem zur Halbzeit führenden Verteidigungsministerium (BMLVS)."

    dossierat

    Insgesamt schalteten die von der SPÖ geführten Ministerien in den sechs untersuchten Tageszeitungen mehr Anzeigen als jene, die in der Hand der ÖVP sind. Das Verhältnis: 53 zu 47 Prozent. Christian Kerns Bundeskanzleramt (SPÖ) lag mit 256.897 Euro auf Platz sechs, Sebastian Kurz' Außenministerium (ÖVP) erreichte mit 106.102 Euro Bruttowerbewert den zehnten Platz, so "Dossier". Nur das Justizministerium schaltete keine Anzeigen. (red, 13.10.2017)

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