Zlatko Junuzovic tritt aus dem Nationalteam zurück

    13. Oktober 2017, 10:32
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    30-jähriger Kapitän von Werder Bremen wird nicht mehr für Österreich spielen – Die Erklärung im Wortlaut

    Bremen – Zlatko Junuzovic hat seine Karriere im österreichischen Nationalteam beendet. "Ich habe den ÖFB gebeten, mich zukünftig nicht mehr für Länderspiele zu berücksichtigen. Nach über zehn Jahren im Team ist für mich nun der richtige Zeitpunkt gekommen, dieses Kapitel zu beenden", gab der 30-Jährige am Freitagvormittag bekannt.

    Großer Anteil an EM-Qualifikation

    Der Werder-Kapitän will in Zukunft seiner Familie mehr Zeit widmen: "Mit der Beanspruchung durch Klub und Nationalteam hatte ich in der Vergangenheit oft sehr wenig Zeit für meine kleine Familie. Genau dieser Gedanke, zukünftig mehr Zeit mit meiner Familie verbringen zu können, war letztlich ausschlaggebend dafür, dass ich mich voll und ganz auf meine Klubkarriere konzentrieren möchte."

    Mit Junuzovic verliert die ÖFB-Auswahl einen Kicker, der großen Anteil an der erfolgreichen EURO-2016-Qualifikation hatte. Der Kärntner absolvierte in dieser Ausscheidung alle zehn Partien und erzielte dabei unter anderem das Tor zum 1:0-Heimsieg über die Republik Moldau. Bei der EM erlitt er schon in der Anfangsphase der Auftakt-Partie gegen Ungarn eine Knöchelverletzung, die ihn für den Rest des Turniers außer Gefecht setzte.

    Debüt unter Hickersberger

    Junuzovic gab am 1. März 2006 unter Josef Hickersberger gegen Kanada sein Teamdebüt. Seither absolvierte er 55 Länderspiele und erzielte sieben Treffer. In den letzten vier Spielen der abgelaufenen WM-Qualifikation fehlte er verletzungsbedingt.

    Durch seinen Abgang geht der Zerfall jener ÖFB-Formation weiter, die eine mit neun Siegen und einem Remis historische EM-2016-Quali ablieferte. Christian Fuchs trat schon im Vorjahr zurück, Robert Almer fällt noch monatelang aus und auch Marc Janko und Florian Klein dürften künftig keine oder nur untergeordnete Rollen spielen. (red, APA, 13.10.2017)

    Die Erklärung im Wortlaut:

    "Liebe Fans, ich möchte euch heute persönlich über eine Entscheidung informieren, die ich nach sorgfältiger Überlegung und Abwägung aller Umstände getroffen habe: Ich habe den ÖFB gebeten, mich zukünftig nicht mehr für Länderspiele zu berücksichtigen und habe mich in einem sehr positiven Gespräch bei dem Verband für die tolle Zeit und Unterstützung in all den Jahren bedankt.

    Ich werde nie vergessen, wie kräftezehrend und steinig der Weg war, bis ich mich Nationalteam etablieren konnte. Die Entscheidung zum Rücktritt fiel mir deshalb alles andere als leicht. In 55 A-Länderspielen hatte ich die große Ehre mein Land zu repräsentieren und konnte dabei viele unvergessliche Momente erleben. Ganz besonders denke ich dabei an die erstmalige sportliche Qualifizierung für eine Europameisterschaft, bei der ich das wichtige Siegestor gegen Moldawien erzielen konnte. Eine Euphorie wurde entfacht und zeigte wie in einem relativ kleinen (Fußball-)Land eine große Leidenschaft für den Fußball entstehen kann.

    Dazu durfte ich in all diesen Jahren viele beeindruckende Menschen im Verband, Trainer- und Betreuerstab als auch unter meinen Spieler-Kollegen kennenlernen und schätzte den gemeinsamen Austausch sehr. Es waren Erfahrungen, die mich als Spieler und auch als Person prägten. An dieser Stelle möchte ich mich insbesondere bei unserem Teamchef Marcel Koller bedanken, der mir durch seine Einberufungen und Einsätze über die letzten Jahre sein Vertrauen geschenkt hat.

    Der größte DANK aber gilt euch Fans! Auch wenn manchmal – typisch österreichisch – 'geraunzt' wurde, hatte ich immer das gute Gefühl, dass ihr bedingungslos hinter und zum Nationalteam steht. Diese Wertschätzung war für mich immer eine zusätzliche Motivation meine Leistung bestmöglich abzurufen. Vielen Dank dafür!

    Nach über zehn Jahren im Team ist für mich nun aber der richtige Zeitpunkt gekommen, dieses Kapitel zu beenden. Mit der Beanspruchung durch Klub und Nationalteam hatte ich in der Vergangenheit oft sehr wenig Zeit für meine kleine Familie. Genau dieser Gedanke, zukünftig mehr Zeit mit meiner Familie verbringen zu können, war letztlich ausschlaggebend dafür, dass ich mich voll und ganz auf meine Klubkarriere konzentrieren möchte. In Anbetracht der positiven Entwicklung unseres Landes im Fußball und der vielen talentierten Spieler in Österreich bin ich mir sicher, dass wir trotz der gescheiterten WM-Qualifikation gute Chancen haben, uns für das nächste große Turnier zu qualifizieren. Ich werde dem Nationalteam als treuer Fan erhalten bleiben und vor dem TV die Daumen drücken! Viele Grüße, Zlatko."

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