Draghi: Zinsschritte erst weit nach Ende der Anleihenkäufe

    12. Oktober 2017, 18:12
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    EZB-Chef betont die Wichtigkeit der Formulierung "Weit über die Zeit hinaus" für die Zinserwartungen

    Frankfurt – EZB-Präsident Mario Draghi hat die Zeitfolge für eine Veränderung der wichtigsten geldpolitischen Instrumente der Notenbank betont. "Das 'weit über die Zeit' ist sehr, sehr wichtig, um Zinserwartungen zu verankern", sagte Draghi am Donnerstag auf einer Veranstaltung in Washington.

    Die EZB hatte erst auf ihrer September-Zinssitzung bekräftigt, dass ihre Schlüsselzinsen weit über die Zeit des laufenden Anleihenkaufprogramms hinaus auf dem aktuell Niveau liegen werden. Akteure an den Finanzmärkten sollen so darauf eingestimmt werden, dass Schlüsselzinsen nicht vor dem Ende Anleihenkäufe angehoben werden.

    Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, warnte indes davor, die Zinsen zu lange niedrig zu halten. Die Phase der Tiefzinsen dürfe nicht zu lange dauern, sagte er der "WirtschaftsWoche". "Und im Aufschwung müssen die geldpolitischen Zügel zügig und konsequent angezogen werden."

    Die EZB-Leitzinsen liegen auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Zudem erwerben die EZB und die nationalen Euro-Notenbanken seit März 2015 in großem Stil Staatsanleihen und andere Wertpapiere. Das Kaufprogramm soll noch bis mindestens Ende Dezember laufen und dann ein Gesamtvolumen von 2,3 Billionen Euro ereichen. Experten erwarten, dass der EZB-Rat am 26. Oktober eine Verlängerung der Käufe mit geringerem monatlichen Ankaufvolumen beschließt. (APA/Reuters, 12.10.2017)

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