Pornhub setzt auf Gesichtserkennung: Warnung vor "Nackt"-Datenbank

    12. Oktober 2017, 10:09
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    Die Pornographie-Plattform will seine fünf Millionen Videos scannen, sieht keine Datenschutz-Probleme

    Pornhub hat angekündigt, in Zukunft auf Gesichtserkennungstechnologie zu setzen. Die größte Pornoseite der Welt will seine fünf Millionen Videos scannen und so eine bessere Kategorisierung der Clips ermöglichen. Binnen eines Jahres soll die Software alle Filme durchlaufen. Anfangs werden dafür die Gesichter von 10.000 ausgewählten Pornostars als Ausgangsbasis verwendet werden. Später sollen einzelne Filmkategorien, die sich etwa an der Haarfarbe von Darstellern orientieren, zugeordnet werden können.

    foto: pornhub

    Datenschützer warnen vor einer "Nackt-Datenbank", die entstehen könnte. Der IT-Jurist Neil Brown sagt etwa gegenüber Motherboard, dass eine Unterscheidung zwischen Amateur-Darstellern und professionellen Pornostars entscheidend sei.

    So werden auf großen Erotikplattformen oft sogenannte "Rachepornos" verbreitet, bei denen private Sexaufnahmen ohne Zustimmung der Abgebildeten hochgeladen wurden. Kritiker befürchten, dass dabei nun Gesichtserkennung zum Einsatz kommt, die auch auf andere Datenbanken wie soziale Medien zurückgreift. So würde eine "Nacktfoto und Porno-Datenbank" entstehen.

    Pornhub beruhigt

    Pornhub bestreitet derartige Pläne jedoch. Es sollen nur Gesichter von Darstellern gescannt werden, die ihren Lebensunterhalt mit Pornografie verdienen. Die Zuordnung von neuen Clips zu Pornostars passiere schon jetzt, allerdings händisch, erklärten Manager der Plattform. (red, 12.10.2017)

    • Pornhub scannt Gesichter und körperliche Eigenschaften von Darstellern
      foto: pornhub

      Pornhub scannt Gesichter und körperliche Eigenschaften von Darstellern

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