Protest: Wie Chile sich selbst um die Chance zur WM-Qualifikation brachte

11. Oktober 2017, 12:06
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Mit dem Einspruch gegen einen nicht spielberechtigen Akteur in Boliviens Elf schoss sich La Roja ein verhängnisvolles Eigentor

Santiago de Chile – Nicht nur das abschließende 0:3 in Brasilien, sondern auch ein Sieg vor dem Internationalen Sportgerichtshof hat Südamerikameister Chile um die Teilnahme an der WM 2018 gebracht. Ohne den erfolgreichen Einspruch vor Monaten in Lausanne wäre La Roja heute Fünfter der Südamerika-Qualifikation und könnte über das Playoff gegen Ozeaniensieger Neuseeland noch den Umweg nach Russland nehmen.

Verhängnisvoller Einspruch

Chiles Verband hatte am 6. September 2016 gegen das 0:0 gegen Bolivien bei der Fifa Einspruch eingelegt, weil der gebürtige Paraguayer Nelson Cabreralaut Fifa-Statuten noch nicht für Bolivien spielberechtigt war. Der Fall landete vor dem CAS, der Chile zwei Punkte mehr zusprach. Im Gegenzug aber bekam auch Peru drei Punkte am grünen Tisch, weil Cabrera fünf Tage zuvor bei Boliviens 2:0-Sieg gegen Peru ebenfalls mitgespielt hatte.

Peru zog am Dienstag mit dem 1:1 (0:0) gegen Kolumbien nach Punkten mit Chile gleich und sicherte sich dank der besseren Tordifferenz Rang fünf vor dem Confed-Cup-Finalisten. Ohne CAS-Urteil hätte Chile heute einen Zähler mehr als Peru auf dem Konto und die Chance, sich noch über die Hintertür für die WM zu qualifizieren.

Konsequenzen

So aber wird in Chile bereits vom Ende der "goldenen Generation" gesprochen, die 2015 und 2016 die Copa America gewonnen und in diesem Jahr das Confed-Cup-Finale erreicht hatte, dabei allerdings Deutschland 0:1 unterlag.

Nationaltrainer Juan Antonio Pizzi hat nach der verpassten Qualifikation seinen Rücktritt angeboten. "Bedauerlicherweise hat sich ein Kreis geschlossen, in dem wir Momente großer Freude erlebt haben und nun diese Enttäuschung", sagte der Argentinier nach dem 0:3 in Brasilien laut der Zeitung "La Tercera".

Der gelbgesperrte Arturo Vidal vom FC Bayern München deutete auf Twitter ebenfalls seinen Rücktritt an: "Vielen Dank für alles", schrieb Vidal. Er habe in jedem Spiel sein Leben gegeben. (sid, red, 11.10.2017)

  • Chiles Jorge Valdivia realisiert das bittere Scheitern, das kurioserweise ohne Protest bei der Fifa zu vermeiden gewesen wäre.
    foto: ap/ nelson antoine

    Chiles Jorge Valdivia realisiert das bittere Scheitern, das kurioserweise ohne Protest bei der Fifa zu vermeiden gewesen wäre.

  • So aber ist die WM-Qualifikation für La Roja gelaufen.
    foto: apa/afp/nelson almeida

    So aber ist die WM-Qualifikation für La Roja gelaufen.

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