"Schnittenfahrt": Imperial Stout mit Manner-Zutaten

    Kolumne29. Oktober 2017, 07:03
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    Imperial Stouts wurden für St. Petersburg gebraut – jetzt gibt es eines mit Mannerschnitte

    Im 19. Jahrhundert wurde der Porter-Bierstil um eine besonders kräftige Variante bereichert: Englische Brauer brauten ein alkoholreiches Stout-Porter, das sich alsbald am russischen Zarenhof großer Beliebtheit erfreute. Das "Russian Imperial Stout", oft mit einem Alkoholgehalt um die zehn Prozent, war geboren. Es wurde in beachtlichen Mengen nach St. Petersburg verschifft – als Rückfracht diente russisches Eichenholz, aus dem im wenig bewaldeten England, wo stets Holzknappheit herrschte, wieder Bierfässer gemacht wurden.

    Der Bierstil geriet weitgehend in Vergessenheit, bis ihn amerikanische Bierimporteure wiederentdeckten. Im Brauwerk in Wien-Ottakring wagte man sich nun ebenfalls an eine eigene Interpretation – und zwar mit Zutaten aus der benachbarten Manner-Fabrik. Für die "Schnittenfahrt" wurden (zusätzlich zum Malz) Brösel von Mannerschnitten eingemaischt, im Reifungstank wurden Vanille, Haselnüsse und Kakao zugesetzt.

    Das macht sich bei diesem 8,2 Prozent starken, sehr dunkelbraunen Bier mit einem leicht schwefeligen Haselnussaroma und einer vollen, wärmenden Süße bemerkbar. Die schokoladige Bittere sorgt für die Balance. (Conrad Seidl, RONDO, 29.10.2017)

    "Schnittenfahrt", 330 ml, bei Brauwerk um 2,70 Euro

    • "Schnittenfahrt": Ein Imperial Stout aus dem Brauwerk in Wien Ottakring – mit Zutaten aus der benachbarten Manner-Fabrik.
      foto: hersteller

      "Schnittenfahrt": Ein Imperial Stout aus dem Brauwerk in Wien Ottakring – mit Zutaten aus der benachbarten Manner-Fabrik.

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