Volksanwaltschaft prüft Frühpensionierungen im Wiener KAV

    9. Oktober 2017, 17:34
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    20 Mitarbeiter sollen wegen der Schließung des Pflegezentrums im Otto-Wagner-Spital in Ruhestand gehen

    Wien – Weil das in die Jahre gekommene Pflegezentrum im Otto-Wagner-Spital vor der Schließung steht, sollen 20 Mitarbeiter der Einrichtung in Frühpension geschickt werden. Wie berichtet, sieht der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) für 20 Mitarbeiter aus dem klinischen und nichtklinischen Bereich "keine weitere Verwendungsmöglichkeit" mehr. Eine Auf- oder Umschulung dieses Personals ist laut KAV "nicht zielführend". Die Maßnahme muss noch von der gemeinderätlichen Personalkommission abgesegnet werden.

    Die Volksanwaltschaft reagierte am Montag auf den STANDARD-Artikel und will das Vorgehen prüfen. "Im Gesundheits- und Pflegebereich herrscht eklatanter Personalmangel. Die Stadt Wien braucht diese Fachkräfte", sagte Volksanwalt Günther Kräuter. Er kündigte an, dass die Volksanwaltschaft "die geplante Frühpensionierung der 20 Mitarbeiter im KAV nun von Amts wegen prüfen" werde. "Ich verlange rasche Aufklärung."

    Kritik von der Opposition

    Kritik gab es auch von der Rathaus-Opposition. ÖVP-Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec sprach von einem "fatalen und verheerenden Signal". Die Wiener Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger sagte: "Gut ausgebildetes Personal in Zeiten wie diesen einfach 'nach Hause' zu schicken, ist alles andere als weitsichtig." Der Wiener FPÖ-Gesundheitssprecher Wolfgang Seidl bezeichnete die KAV-Führung als "verantwortungslos". (David Krutzler, 9.10.2017)

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