Neue Schmuckschildkröte in Kolumbien entdeckt

    8. Oktober 2017, 17:42
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    Forscher identifizierten in der Grenzregion zu Panama eine neue Schildkrötenspezies. Kaum entdeckt, muss sie als bedroht eingestuft werden

    Dresden – Forscher haben eine neue Schmuckschildkrötenart in einer Grenzregion Kolumbiens zu Panama identifiziert. Die Tiere seien erstaunlicherweise mit Arten verwandt, die in mehreren tausend Kilometer Entfernung vorkommen, berichten die Biologen im "Journal of Zoological Systematics and Evolutionary Research".

    foto: carlos del valle
    Bedrohte Schönheit: Trachemys medemi.

    Zu Ehren des deutsch-kolumbianischen Forschers Federico Medem erhielt die besonders farbenprächtige Art den wissenschaftlichen Namen Trachemys medemi. Das Team, an dem auch das Senckenberg Forschungsinstitut in Dresden beteiligt war, hatte das Aussehen und das Erbgut kolumbianischer Schmuckschildkröten untersucht und dabei festgestellt, dass es im Rio Atrato nahe der Grenze zu Panama eine genetisch völlig isolierte Gruppe der Tiere gibt. "Sie sind nicht mit den benachbarten Schmuckschildkröten-Arten verwandt, sondern mit Schmuckschildkröten aus Brasilien, die durch den Amazonas getrennt in mindestens 3.700 Kilometer Entfernung leben", erklärte Senckenberg-Forscher Uwe Fritz.

    foto: carlos del valle
    Ansicht von unten.

    Obwohl ihr kleines Verbreitungsgebiet zum Teil in Schutzgebieten liege, seien die Tiere stark bedroht. "In Kolumbien werden in der Fastenzeit vor Ostern unvorstellbare Mengen von Schmuckschildkröten gefangen, da sie als "Fisch" gelten und gegessen werden dürfen", sagte Mario Vargas-Ramirez von der Universidad Nacional in Bogotá, Erstautor der Studie. "Zudem verkleinern Waldrodungen den natürlichen Lebensraum der Tiere." Daher sei ein umfassendes Schutzkonzept nötig, so die Forscher. (APA, red, 8.10.2017)

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