Kia Stinger: Dampfhammer zum Genießen

    12. Oktober 2017, 10:27
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    Mit bis zu 370 PS schiebt sich ein Gran Turismo ins Blickfeld, der optisch und technisch überzeugt. Akkurat, schnell und bequem bricht der Stinger auf zu neuen Käuferschichten.

    Mallorca – Also, es ist so: Da springt einer von der Steilküste ins südliche Meer, läuft mit Wildpferden um die Wette, säuft in einem schottischen Pub, lässt sich irgendwo tätowieren, pinkelt an einem einsamen Straßenrand, tanzt in Berlin, wird aus einer Bar geworfen und sieht dabei noch unverschämt gut aus. Es gab noch andere Szenen, ging so schnell, ich hab's mir nicht genau gemerkt, aber vielleicht hat er noch einen Bären gewürgt, die schönsten Graffiti gesprayt und die Philharmoniker dirigiert ... jedenfalls lebt so ein Fahrer des neuen Kia Stinger, ein Typ, der uns fassungslose Zuschauer des Präsentationsvideos zu alten griesgrämigen Langeweilern stempelt.

    foto: kia
    Silhouette wie ein Coupé, aber vier Türen und eine große Heckklappe: Das Konzept kennt man von BMW (4er Gran Coupé), Audi (A5 Sportback) oder VW (Arteon).

    Klar, die ziehen alle Register: ein Kia mit bis zu 370 PS. Langgestreckte, flache Linie. Lufteinlässe wie Haimäuler. Fetter Stand auf der Straße. Auch als Allradler deutlich auf der Hinterradseite. Sport+ erlaubt Heavy Drifting. 5,1 Sekunden von 0 auf 100. Laut Herstellerdiagramm in allen Belangen besser als der BMW 4er.

    foto: kia
    Auch Kia ist ein ästhetisch wertvoller Beitrag zum Thema viertüriges Coupé geglückt.

    Ein Sportwagen für bequemes Zu-fünft-Fahren, mithin ein Gran Turismo alter Schule mit jüngster Technik interpretiert. Der soll ein scharfes Licht auf die ganze Marke werfen, zeigen, was Kia außer Brot-und-Butter-Autos noch alles kann, und allen Besitzern von Picanto und Co einflüstern, die richtige Wahl getroffen zu haben.

    Wohnlich

    Tatsächlich wohnt man gern im Stinger. McPherson Vorder- und Mehrlenkerhinterachse, die direkte, feinfühlige Lenkung und diverse Fahr- und Dämpferprogramme spreizen das Talent von flottem Cruisen bis zu vergnügtem Rasen, die Motoren schieben kräftig an, die 8-Gang-Automatik tut ihr Bestes, und das zögernde Turboloch überwinden Schaltpaddles am Lenkrad – wenn's denn wirklich um Zehntel geht.

    foto: kia
    Worüber man sich außerdem freuen darf: Angetrieben wird prinzipiell nicht an der Front, sondern hinten.

    Der Innenraum ist in sportlicher Eleganz gehalten, die Instrumente und Armaturen ruhen in vernähter Lederumgebung, die Sitze umfassen einen mit sanftem, nachdrücklichem Griff, und über Platz- oder Kofferraumprobleme muss niemand klagen.

    foto: kia
    Innen ist der Stinger sportlich-elegant.

    Ab 43.290 Euro herrscht man über ein mit Assistenzsystemen und Smartphone-Vernetzung sehr komplett ausgestattetes Vergnügen. Dem Wumms der äußeren Erscheinung gibt eine Harman/Kardon-Anlage auf Wunsch heftig präzisen akustischen Widerhall. Was als 200-PS-Diesel beginnt, steigert sich auf 255 PS beim 2,0-Benziner und erreicht mit 370 PS und 510 Nm Drehmoment im 3,3 T-GDI mit einem gehaltvollen V6-Benziner die süße Spitze. Und der kommt dann auch ausschließlich mit Allradantrieb. (Andreas Hochstöger, 12.10.2017)

    foto: kia

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    Kia

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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