ÖBB-Immo sieht historische Gebäude als "Assets"

    6. Oktober 2017, 12:29
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    Immo-Tochter der Staatsbahn hat zahlreiche Großprojekte am Laufen – Wiener Hauptbahnhof ist nun aber voll verwertet

    Wien – Die ÖBB hat am Wiener Hauptbahnhof nun alle Flächen verwertet, die letzten Verkäufe gab es im Frühjahr. An Projekten mangelt es dem neuen Geschäftsführer der ÖBB Immobilienmanagement Gmbh, Johannes Karner, aber nicht, wie er auf einem Pressegespräch im Zug auf dem Weg zur Expo Real nach München sagte.

    "Freimachung" am Nordbahnhof

    Am Wiener Nordbahnhof hat man zwar auch schon alle Liegenschaften verkauft, man sei dort aber noch für die Freimachung des gesamten Areals zuständig. Bis Jahresende ist man etwa mit Abbrüchen und Aufschüttungen für das Projekt "Wohnallee mit Bildungscampus" beschäftigt.

    Der denkmalgeschützte Wasserturm ist noch im Eigentum der ÖBB, nach Angaben des Unternehmens soll er später kulturell bespielt werden, eventuell auch gastronomisch. Karner hält solche historischen Gebäude generell für ein "Asset" in Stadtentwicklungsprojekten. Am Areal "Neues Landgut" im zehnten Bezirk gibt es die sogenannte Gösserhalle, eine alte Industriehalle, die derzeit als Zwischennutzung verwendet wird. Und auch beim Amstettner Bahnhof, wo man bald 100.000 m² an Flächen entwickeln will, soll eine alte Remise nach Möglichkeit in die Pläne integriert werden.

    Nächster Halt: Nordwestbahnhof

    In Wien ist der Nordwestbahnhof das nächste Großprojekt, hier sollen bis 2030 rund 800.000 m² an Bruttogeschoßfläche entstehen. Das städtebauliche Leitbild ist abgeschlossen, Karner rechnet für 2020/21 mit ersten Grundstücksverkäufen an Entwickler.

    Beim Projekt "Florasdorf" in Wien-Floridsdorf hat man die Verwertung des südlichen Teils 2017 abgeschlossen. Zwei Bauträger werden dort rund 400 Wohnungen errichten. Nun macht man sich an den nördlichen Teil. Dort sollen ab ca. 2019 weitere rund 350 Wohnungen gebaut werden.

    Felberstraße dauert noch

    Noch dauern wird die Entwicklung entlang der Felberstraße, wo anstelle nicht mehr benötigter Gleise rund 130.000 m² Bruttogeschoflächen gebaut werden können. Dieses Projekt läuft schon sehr lange, schon 2002 wurde ein Leitbild erarbeitet, das nun ab kommendem Jahr aktualisiert werden soll. Ab 2020 rechnet Karner mit den Flächenwidmungsverfahren, danach kann es erste Verkaufsverfahren geben.

    Ein etwas kleineres Areal hat die ÖBB-Immo dann auch noch in Hütteldorf zu vergeben. In unmittelbarer Nähe zur Park-and-ride-Anlage sollen mehrere Grundstücke im Baurecht an Bauträger vergeben werden. Karner rechnet hier mit dem Beschluss des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans Anfang 2018.

    Masterplan in Graz

    In Graz wurde im Sommer der Masterplan für das Projekt Bahnhof City abgeschlossen. Ein 14.600 m² großes Areal der ÖBB und eines privaten Eigentümers soll gemeinsam entwickelt werden, laut Karner würden derzeit Abstimmungsgespräche laufen.

    In Linz, wo die ÖBB-Immo Gmbh auf einem Areal südlich des Hauptbahnhofs ein Einkaufszentrum im Auge hatte, ist man nach Widerstand der Stadt davon abgerückt. Auf dem 36.000 m² großen Grundstück an der Wiener Straße ist jetzt eine gemischte Nutzung geplant, derzeit läuft ein Europan-Städtebauwettbewerb.

    Als Bauherr tritt die ÖBB-Immobilienmanagement Gmbh demnächst auch vermehrt auf: In St. Pölten soll ein Ausbildungszentrum für eisenbahnspezifische Aus- und Weiterbildung gebaut werden, derzeit ist man noch in der Planungsphase. Außerdem ist in St. Pölten ein neues Lehrlingsheim geplant, außerdem neue Lehrwerkstätten in Wien, Bludenz, Innsbruck und Knittelfeld. (mapu, 6.10.2017)

    • Die Verwertung der Flächen beim Wiener Hauptbahnhof hat man seitens der ÖBB heuer abgeschlossen.
      foto: putschögl

      Die Verwertung der Flächen beim Wiener Hauptbahnhof hat man seitens der ÖBB heuer abgeschlossen.

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