Waffengesetze in den USA: Zu viel Geld, zu viel Einfluss

Kommentar5. Oktober 2017, 20:35
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Durch Spenden beeinflusst die US-Waffenlobby die Washingtoner Politik

Wenn es um die Waffengesetze der Vereinigten Staaten geht, dann sieht so also Fortschritt aus: Eine Handvoll Politiker in Washington zeigt sich infolge des blutigsten Schussattentats in der jüngsten Geschichte des Landes zumindest nicht gänzlich abgeneigt, über eine einzige Verschärfung im Waffenrecht zu sprechen. Sie betrifft die in Las Vegas eingesetzten Bump-Stocks: Apparaturen, mit denen sich halbautomatische Waffen in vollautomatische ummodeln lassen.

Die Frage, ob zumindest diese verboten werden sollen, sei "legitim", wie es Senator John Cornyn ausdrückte. Das mag ein gemeinsamer Nenner sein, aber er ist winzig. An der Debatte ändert sich nichts Grundsätzliches. Die Chancen, dass zumindest die Bump-Stocks irgendwann nicht mehr legal für 200 Dollar im Internet zu kaufen sein werden, sind immer noch sehr gering. Dafür hängen zu viele Politiker am Tropf der Waffenlobby: 49 von 100 Senatoren im US-Kongress haben Zahlungen von ihr erhalten, im Repräsentantenhaus sind es 258 von 435 Abgeordneten.

54 Millionen Dollar hat allein die National Rifle Association NRA für den jüngsten Präsidentschaftswahlkampf in die Hand genommen. Hinzu kommen die Stimmen, auf die die Parteien mit Blick auf die Kongresswahlen im kommenden Jahr bereits schielen. Dass auch Präsident Donald Trump auf ihrer Payroll steht, dürfte vor allem die Waffenlobby zuversichtlich stimmen. (Anna Giulia Fink, 6.10.2017)

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