Das Melksham-Monster konnte identifiziert werden

    7. Oktober 2017, 18:00
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    In Südengland gemachter Fund aus dem 19. Jahrhundert ist 166 Millionen Jahre alt und gehört zu einem flossentragenden Meereskrokodil

    illustration: fabio manucci
    Geosaurinae hatten sich ganz an das Leben im Wasser angepasst. Hier im Bild Plesiosuchus manselii, ein enger Verwandter des Melksham-Monsters.

    Edinburgh – Gut zwei Dutzend Krokodilarten leben heute, und abgesehen vom Gavial mit seiner überlangen schmalen Schnauze ähneln sie einander in ihrem Aussehen stark. Das ist aber nur ein kleiner Ausschnitt der Palette, die diese Tiergruppe in den vergangenen 200 Millionen Jahren hervorgebracht hat: Unter den Crocodyliformes gab es reine Wasserbewohner, deren Beine sich zu Flossen umgewandelt hatten, ebenso wie hochbeinige Spezies an Land – und sogar welche, die klettern konnten.

    Eine flossentragende Gruppe, die vom mittleren Jura bis in die frühe Kreidezeit existierte, waren die Geosaurinae oder Geosaurini. Dieser Gruppe konnte nun auch das sogenannte Melksham-Monster zugeordnet werden, benannt nach der Ortschaft im Südwesten Englands, in der seine Fossilien vor fast 150 Jahren entdeckt wurden.

    Forscher der Universität Edinburgh beschreiben die Spezies, die die Bezeichnung Ieldraan melkshamensis erhielt, im "Journal of Systematic Palaeontology". "Es ist nicht das hübscheste Fossil der Welt", sagt Davide Foffa aus dem Forschungsteam, aber dafür ist es ein interessantes. Eine Analyse ergab nämlich, dass es etwa 166 Millionen Jahre alt ist. Damit muss auch das Alter der Geosaurinae umdatiert werden: Die ältesten bislang bekannten Funde reichten "nur" etwa 152 bis 157 Millionen Jahre zurück.

    foto: davide foffa
    Das Fossil ist stark beschädigt – man kann aber gut einen der charakteristischen Zähne erkennen.

    Das flossentragende Krokodil war ein Bewohner der warmen, flachen Meere, die sich im Jura in der Region des heutigen Südengland erstreckten. Es war etwa drei Meter lang, hatte – was keine Überraschung ist – kräftige Kiefer und große, gezackte Zähne. Die Forscher vermuten, dass es sich auf große Beutetiere spezialisiert hatte, etwa auf Tintenfische. Laut Foffas Kollegen Stephen Brusatte war es ein Spitzenprädator seines Lebensraums. (jdo, 7. 10. 2017)

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