Oberarmkopfbrüche werden sich bis 2030 verdreifachen

    3. Oktober 2017, 14:21
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    Bedarf an einschlägigen Fachärzten wird steigen – Experten prognostizieren Engpass an Orthopäden und Traumatologen

    Wien/Salzburg – Durch die steigende Lebenserwartung wird von internationalen Gesundheitsexperten eine Verdreifachung der Oberarmkopffrakturen bis 2030 prognostiziert. Da Osteoporose einer der relevantesten Risikofaktoren ist, gelten vor allem als gefährdet. Die Österreichische Gesellschaft für Unfallchirurgie (ÖGU) hat Schulterverletzungen daher in den Fokus ihrer 53. Jahrestagung, die von 5. bis 7. Oktober in Salzburg stattfindet, gestellt.

    "Orthopäden und Traumatologen werden künftig mehr gebraucht denn je", ist Christian Fialka, Präsident der ÖGU, überzeugt. Derzeit gibt es 1.403 Fachärzte für Unfallchirurgie in Österreich, 1.152 Fachärzte für Orthopädie. 2015 wurde eine Ausbildungsreform verabschiedet, die beide Fächer zusammenführt. Das heißt, in Zukunft werden Stellen nur mehr für Fachärzte für Orthopädie und Traumatologie ausgeschrieben. Der Gesetzgeber hat bis Ende Mai 2021 eine Übergangsfrist eingeräumt, in der Fachärzte für Orthopädie oder Unfallchirurgie fehlende Ausbildungsteile im jeweils anderen Fach ergänzend nachmachen können.

    Kritik an Übergangsfrist

    Diese erforderliche Ausbildungszeit variiert zwischen zwölf und 27 Monaten und wird von einer Kommission festgelegt. Angesichts der Rahmenbedingungen ist die Übergangsfrist bis 2021 zu kurz, wie die ÖGU kritisiert.

    "Mittlerweile haben mehr als 300 Ärztinnen und Ärzte ihren Antrag auf weitere Ausbildung bei der Österreichischen Ärztekammer eingereicht. Diese benötigen nun einen Ausbildungsplatz, der nicht immer am Wohnort verfügbar bzw. oft schon besetzt ist. Für einige Kolleginnen und Kollegen wird sich die geforderte Ausbildungszeit im Rahmen der bestehenden Übergangsfrist nicht ausgehen. Daher arbeiten wir mit Nachdruck daran, dass der Gesetzgeber die Frist für die ergänzende Ausbildung erstreckt. Der Bedarf nach mehr Wissen und besserer Qualifikation, die letztlich der wachsenden Zahl an Patientinnen und Patienten zu Gute kommt, kann mit der bestehenden Regelung nicht gedeckt werden", warnt Christian Fialka. (red, 3.10.2017)

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