Aus Groove wird Spotify: Microsoft macht Musikstreaming-Dienst dicht

    3. Oktober 2017, 11:43
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    Schließt mit Ende des Jahres – Nutzer erhalten einfache Migrationsmöglichkeit zum Marktführer

    "Wir hören darauf, was unsere Kunden für Musikerfahrung möchten und wir wissen, dass der Zugang zum besten Streamingdienst, den größten Musikkatalog und verschiedene Abomöglichkeiten ganz oben auf der Liste stehen" – so leitet Microsoft ein neues Posting im Windows-Blog ein.

    Verkündet wird darin einer "Ausweitung der Partnerschaft mit Spotify". Eigentlich ist es aber eine Abschiedsmeldung für das eigene Angebot, Groove Music.

    Ab 2018 nur noch lokale Wiedergabe

    Mit Groove (vormals Zune, später Xbox Music), das unter anderem in Windows 10 und das System der Xbox One integriert ist, wollte Microsoft sich ein Standbein im Streamingmarkt schaffen. Doch der Plan ist offenkundig nicht aufgegangen. Der Dienst wird eingestellt. Ab dem 1. Jänner 2018 kann über die Groove Music-App nur noch lokale und online gekaufte Musik abgespielt werden. Weitere Käufe oder Streaming sind dann nicht mehr möglich.

    Beginnend mit nächster Woche werden Nutzer von Groove die Möglichkeit erhalten, ihre Musiksammlungen und Playlisten zu Spotify zu übertragen. Die Transferfunktion soll zumindest bis Ende Jänner zur Verfügung stehen. Wer bei Spotify noch nicht zahlender Kunde ist oder ein Promotion-Angebot in Anspruch genommen hat, erhält zudem 60 Tage kostenlosen Premium-Zugang. Groove-Kunden mit "Music Pass", deren Abozeitraum sich bis ins nächste Jahr erstreckt, wird die Abogebühr aliquot refundiert.

    Markt wächst weiter

    Spotify ist mit 140 Millionen Nutzern klarer Marktführer im Musikstreaming-Business. Dahinter folgt Apple Music, das mittlerweile 30 Millionen Kunden haben soll. Weitere Konkurrenten von erwähnenswerter Größe wären noch Deezer und Tidal, hier sollen es zehn bzw. vier Millionen sein. Wie viele Abonnenten Groove zuletzt hatte, ist nicht bekannt.

    Der Markt wächst derzeit noch rasant weiter und konnte im vergangenen Jahr laut Zahlen des Branchenverbandes IFPI ein Umsatzplus von 60 Prozent verzeichnen. (gpi, 03.10.2017)

    • Microsoft will Groove-Nutzern den Umstieg erleichtern, in dem man eigene Inhalte einfach zu Spotify übersiedeln kann.
      foto: microsoft

      Microsoft will Groove-Nutzern den Umstieg erleichtern, in dem man eigene Inhalte einfach zu Spotify übersiedeln kann.

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