Expo Real: Nordkorea, Türkei, USA und Asien-Pazifik im Fokus

    2. Oktober 2017, 09:34
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    Der Brexit ist verdaut, der Immo-Branche werden auf der 20. Expo Real in München dennoch nicht die Themen ausgehen

    Mehr als 1900 ausstellenden Unternehmen wird die bereits 20. Internationale Fachmesse für Immobilien und Investitionen Expo Real vom 4. bis 6. Oktober 2017 in der Messe München eine Plattform bieten. Wie viele es am Ende genau sein werden, wird man wohl erst am Tag der Eröffnung mit Bestimmtheit sagen können. Am 18. September, als die Veranstalter zu einem Vorab-Medien-Dinner nach München luden, hatten sich jedenfalls noch zwei Aussteller gemeldet, berichtete Expo-Real-Messechefin Claudia Boymanns.

    Stiglitz-Rede am Freitag

    Auch bei der Zahl der Teilnehmer der Messe (also Aussteller und Besucher) wird ein Plus erwartet. Im Vorjahr kamen 39.100 Menschen auf die Expo Real. Für die 20. Ausgabe der Immobilienmesse Expo Real haben sich die Veranstalter einen Top-Keynote-Speaker geholt: US-Ökonom Joseph E. Stiglitz wird in seiner Rede (Expo Real Forum, Freitag, 10 Uhr) die herrschenden Unsicherheiten in Wirtschaft und Politik und deren Auswirkungen auf die Immobilienbranche analysieren. Der prominente Redner soll wohl auch den traditionell eher nur noch spärlich besuchten letzten Messetag ein wenig aufwerten.

    An aktuellen "Unsicherheitsfaktoren" nannte Messe-München-Vorstandschef Klaus Dittrich auf der schon erwähnten Pressekonferenz namentlich Nordkorea, Türkei und die USA. In solchen Zeiten sei aber eben auch "das Bedürfnis, sich auszutauschen, besonders hoch", warb Dittrich für seine Messe als Plattform für Fachgespräche aller Art.

    Dittrich hatte schon im Vorjahr mit ganz ähnlichen Worten die Vorteile einer Messe, also des physischen Zusammentreffens einer Branche an einem Ort, hervorgestrichen. Insofern war das heuer nichts Neues – einzig die Themen änderten sich.

    2016 war noch der Brexit das große Gesprächsthema. Diesem dürfte heuer aber, schenkt man dem erstmals durchgeführten Expo-Real-Stimmungsbarometer Glauben, nicht mehr allzu viel Relevanz beigemessen werden. Direkte Auswirkungen durch den Brexit verspürten demnach nur rund 20 Prozent der im Vorfeld der Messe befragten 1575 Messeteilnehmer ("Entscheiderebene"). Immerhin 13 Prozent haben ihre Strategie bereits angepasst. Die Mehrheit der Befragten geht ihren Geschäften aber "völlig unbeeindruckt" vom Brexit weiter nach.

    Nakheel erstmals dabei

    Als Aussteller erstmals dabei sind auf der heurigen Expo Real unter anderen der US-Fonds Blackrock, die Hotelkette Hilton und der staatliche arabische Developer Nakheel aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

    Dittrich und Boymanns verwiesen auch auf die einmal mehr recht stattliche Anzahl an Politikerinnen und Politikern, die zur Expo kommen. Für Österreich gilt das zwar nicht (siehe Artikel links), aber aus ganz Europa haben sich sehr viele Bürgermeister angesagt, etwa aus Liverpool, Newcastle, Rotterdam, Helsinki, Oslo, Warschau, Hamburg und Berlin.

    Der großen Zahl der ausstellenden Städte und Regionen trägt die Expo heuer mit dem Expo Real Leaders Summit und den Urban Innovation und Investment Seminars Rechnung. Hier werde ein Austausch der Stadt- und Regionalverantwortlichen untereinander sowie mit Investoren und Projektentwicklern möglich sein, versprechen die Organisatoren.

    Insbesondere für Städte in der "zweiten Reihe" sieht Dittrich bei der herrschenden Marktsituation eine "große Chance", wie er sagte. Investoren suchen derzeit fieberhaft nach Anlageobjekten, weichen dabei von Core-Immobilien in A-Städten immer mehr aus.

    Schwerpunkt Asien-Pazifik

    Neben Europa wird sich die Messe heuer aber auch dem Asien-Pazifik-Raum verstärkt widmen. Aus dieser Gegend komme schon jetzt die Hälfte aller Investments in Europa, umgekehrt seien große europäische Investoren auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten in den asiatisch-pazifischen Ländern. Japan, China, Südkorea und Australien werden deshalb im Mittelpunkt einiger Diskussionen stehen, so die Messeveranstalter. (mapu, 2.10.2017)

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