Aufschwung in Österreich: Die Schattenseite des Erfolgs

Kommentar29. September 2017, 17:37
4 Postings

Die Liste mit den wirtschaftspolitischen Herausforderungen bleibt lang

Bei allen Streitereien zwischen den politischen Lagern, bei allen Meinungsverschiedenheiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gehört gesagt, dass in Österreich eine echte Trendwende gelungen ist. Nach fast zehn Jahren Krise läuft es 2017 erstmals wieder wirtschaftlich richtig rund. Glaubt man Ökonomen, wird sich daran aus heutiger Sicht so schnell nichts ändern.

Die Gründe für den Erfolg sind vielfältig. Die heimischen Industriebetriebe sind gut aufgestellt und profitieren vom internationalen Aufschwung. Die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) half zusätzlich, weil Kredite billiger und damit Investitionen interessanter geworden sind. Die rot-schwarze Regierung hat mit ihrer Steuerentlastung 2016 einen Impuls gegeben.

Bei allem Grund zur Freude gibt es eine Kehrseite: Die Arbeitslosigkeit soll sinken, aber auf einem für heimische Verhältnisse hohen Niveau bleiben. Hinzu kommt, dass die Langzeitarbeitslosigkeit zuletzt weiter angestiegen ist, beinahe 60.000 Menschen sind zwölf Monate und länger ohne Job. Nicht bei allen, aber bei vielen von ihnen wird die Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt trotz mehr angebotener Stellen zusehends schwieriger. Zugleich drängen aus Osteuropa weitere junge Arbeitnehmer nach Österreich.

Die Integration der Flüchtlinge am Jobmarkt ist eine weitere Herkulesaufgabe. Die Krise ist vorbei. Die Liste mit den wirtschaftspolitischen Herausforderungen aber bleibt lang. (András Szigetvari, 29.9.2017)

Weitere Kommentare von András Szigetvari lesen Sie hier.

Share if you care.