Vor Erhöhung: Britischer Notenbankchef schwingt Zinskeule

    29. September 2017, 10:11
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    Mark Carney: Zinsen könnten in "relativ kurzer Frist" steigen

    London, 29. Sep (Reuters) – Großbritannien steuert auf eine baldige Zinserhöhung zu. Angesichts der Wirtschaftsentwicklung sei es zu erwarten, dass die Zinsen in "relativ kurzer Frist etwas steigen könnten", sagte Notenbankchef Mark Carney am Freitag im BBC-Hörfunk. Die Mehrheit im geldpolitischen Ausschuss der "Bank of England" (BoE) habe hierzu ein Signal gegeben, das so deutlich wie nur möglich ausgefallen sei. Die Notenbank unternehme etwas, um Risiken für die britische Wirtschaft zu mindern.

    Die Mehrheit im geldpolitischen Ausschuss der BoE hatte es als wahrscheinlich bezeichnet, dass eine geldpolitische Straffung binnen weniger Monate angebracht sei. Derzeit liegt der Schlüsselsatz auf dem historisch niedrigen Niveau von 0,25 Prozent. Die meisten Experten erwarten, dass die BoE am 2. November das Niveau um einen Viertel Prozentpunkt auf 0,5 Prozent anheben wird. Die seit dem Brexit-Votum von 2016 kräftig anziehende Inflation auf der Insel bringt die Währungshüter unter Zugzwang, zumal die Löhne nicht mit den steigenden Preisen Schritt halten. Dies nagt an der Kaufkraft der Briten und dämpft so die Konjunktur.

    Falls die Höchstgeschwindigkeit der Wirtschaft im Zuge des anstehenden Brexit abgenommen habe, müsse auch die Notenbank "ein wenig den Fuß vom Gas nehmen", sagte Carney. Zudem betonte er, eine Übergangsphase beim Brexit sei sowohl im Interesse Großbritanniens als auch der übrigen EU-Staaten. Für die Zeit nach dem 2019 angepeilten EU-Austritt strebt Premierministerin Theresa May eine zweijährige Übergangsphase an. In dieser Zeit solle es Großbritannien und der EU weiter möglich sein, ohne Hürden Handel zu treiben. (Reuters, 29.9.2017)

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