Sharing Economy: Muss ich alles besitzen?

    User-Diskussion2. Oktober 2017, 09:00
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    Das Prinzip des Teilens wird durch das Internet weiterentwickelt. Verändert das die Gesellschaft und den Besitz als solche?

    Unter Sharing Economy versteht man gemeinhin, dass Menschen sich vernetzen und ihre Ressourcen oder Kapazitäten denjenigen bieten, die sie gerade benötigen. Denn wer etwas besitzt, etwa ein Auto, wird dieses nicht 24 Stunden an jedem Tag des Jahres benötigen. Der volle Wert von Eigentum wird daher von vielen gar nicht ausgeschöpft, was eine Verschwendung von bestehenden Ressourcen bedeutet. Genau hier setzt die Sharing Economy ein und versucht, Ressourcen besser zu nützen.

    Die "größte Hotelkette der Welt", wie Airbnb umgangssprachlich bezeichnet wird, setzt beispielsweise darauf, Zimmer und Wohnungen ihrer User, die sonst nicht genutzt werden, zu vermieten. Das Transportunternehmen Uber ermöglicht es Fahrern, ihr Auto samt Beförderungsleistung recht unkompliziert anzubieten und stellt herkömmliche Taxi-Unternehmen damit auch vor große Herausforderungen. Diesen beiden oft genannten Proponenten der Sharing Economy ist vor allem eine funktionierende Online-Plattform gemein, auf der die jeweilige Ressource denkbar einfach angeboten werden kann. Im Vergleich zum Fahrradanbieter Ofo besitzen Airbnb und Uber jedoch kein Eigentum, sondern stellen de facto nur die Infrastruktur zur Verfügung, was "ninjagulbi" zu bedenken gibt:

    Die Kritik an solchen Unternehmen ist vielfältig: Am Beispiel Uber entzünden sich vor allem arbeitsrechtliche Debatten, bei Airbnb ist längst nicht klar, welche langfristigen Folgen das Modell für das Bruttoinlandsprodukt oder Mietpreise in einem Staat hat.

    Diskutieren Sie mit einem Experten

    Im Rahmen des Formats "Mitreden macht Zukunft" wird der Chefvolkswirt der ING-DiBa, Carsten Brzeski, seine Einschätzung über das Phänomen Sharing Economy und dessen Bedeutung für die Wirtschaft geben. In einem weiteren Beitrag wird er sich dann den Fragen und Anmerkungen aus der Community stellen, die Sie auch hier schon zum Thema Sharing Economy äußern können.

    Was halten Sie von der Sharing Economy?

    Nutzen Sie Plattformen wie Uber oder Airbnb? Welche sinnvollen Einsatzbereiche für Sharing Economy gibt es noch und was für Bedenken haben Sie bei diesem Trend? Handelt es sich dabei vielleicht lediglich um ein Phänomen unserer Zeit, das genauso schnell verschwinden wird, wie es durch die Verbreitung des Internets auch entstanden ist? Hat sich durch diese Angebote vielleicht auch Ihr Anspruch an Besitz und Eigentum verändert – ist ein eigenes Auto vielleicht überflüssig geworden für Sie? Posten Sie im Forum und stimmen Sie bei unserer Umfrage ab! (mahr, 2.10.2017)

    Timeline:

    • 9. und 18. Oktober: Carsten Brzeski über den mikroökonomischen Aspekt der Sharing Economy
    • 24. Oktober und 6. November: Carsten Brzeski über die makroökonomischen Elemente in der Sharing Economy

    Hinweis: Das Format "Mitreden macht Zukunft" ist eine entgeltliche Einschaltung in Form einer Kooperation mit der ING-DiBa. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim STANDARD.

    • Uber setzt traditionelle Taxi-Unternehmen mit seiner einfach zu bedienenden Plattform und geringen Einstiegshürden gehörig unter Druck.
      foto: reuters/pfaffenbach

      Uber setzt traditionelle Taxi-Unternehmen mit seiner einfach zu bedienenden Plattform und geringen Einstiegshürden gehörig unter Druck.

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