Superscape Award: Auf der Suche nach kreativen Luftlöchern

    28. September 2017, 16:18
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    Der Superscape Award wird heuer zum dritten Mal ausgelobt

    "Wien braucht 12.000 Wohnungen pro Jahr", sagt der Wiener Immobilienentwickler Daniel Jelitzka, "aber es werden nur 7000 produziert. Das heißt, dass wir die Wohnungswirtschaft dringend überdenken und neue Ideenquellen für innovatives Wohnen anzapfen müssen." Damit beschäftigt sich der Superscape Award, den Jelitzka mit seinem Unternehmen JP Immobilien heuer zum dritten Mal auslobt. Gesucht werden praktische wie auch theoretische Ansätze im Umgang mit urbanem Wachstum.

    Unter dem Titel "Urban Renewal. Aufbruch, Umbruch und Bestand" sind Absolventen der Studiengänge Architektur, Landschaftsarchitektur, Raumplanung und Design aufgefordert, sich den Kopf zu zerbrechen und realistische, aber auch utopische, zum Denken und Handeln anregende Konzepte zu erarbeiten. "Im Zuge der Digitalisierung, der steigenden Urbanisierung und der sich verändernden Gesellschaftsstrukturen gibt es immer mehr Gebäudetypologien, die leer stehen oder nicht mehr zeitgemäßen Nutzungen entsprechen. Gerade hier sehe ich Potenzial für neue Wohn- und Lebensformen", so Jelitzka.

    28 Quadratmeter große Miniwohnungen

    Derzeit stellt JP Immobilien ein Objekt mit 28 m² großen Miniwohnungen fertig. Dafür, dass sich das Siegerprojekt nicht zwangsläufig in diesen Duktus einordnet, sorgt die interdisziplinär besetzte Jury mit Ina Homeier (Projektstelle Smart City Wien, MA18), dem Stadtplaner Christoph Luchsinger (TU Wien) und der Architektin Marie-Therese Harnoncourt (The Next Enterprise). "Es kann doch nicht sein, dass wir der Anforderung nach zeitgemäßem, leistbarem Wohnen immer nur mit noch kleineren Wohnungsgrundrissen begegnen", sagte Harnoncourt bei der Superscape-Auftaktveranstaltung im Rahmen der Vienna Contemporary letzte Woche. "Ich erwarte mir Projekte, die nachhaltig mit Raum umgehen und auch in der Lage sind, kreative Luftlöcher zu produzieren."

    Bis zum 12. März 2018 können Konzepte eingereicht werden. Die Finalisten werden dann bis August die Möglichkeit haben, ihre Ideen auszuarbeiten. Im Oktober 2018 wird der Sieger bekanntgegeben. Diesem winken 10.000 Euro Preisgeld. (woj, 28.9.2017)

    • Im Vorjahr überzeugte der spanische Architekt Pedro Pitarch die Jury mit seiner Forschungsarbeit "Counternatures".
      foto: martin wacht

      Im Vorjahr überzeugte der spanische Architekt Pedro Pitarch die Jury mit seiner Forschungsarbeit "Counternatures".

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