Staatspreis Design: Steinbeißer, Fingerschinder und kluge Armatur

    28. September 2017, 12:09
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    Österreichische Staatspreise für Design in drei Kategorien verliehen

    Man zeigte sich zufrieden, bei der Verleihung des Staatspreises für Design am vergangenen Mittwoch im Wiener Museumsquartier. Immerhin gab es bei der 47. Auflage des Gestalterwettbewerbs 266 Einreichungen, 28 davon schafften es auf die Shortlist. Diese sind ab sofort allesamt in einer kleinen Schau im Wiener Designforum im Museumsquartier zu sehen.

    Vergeben wird der vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft ausgelobte Preis alle zwei Jahre. Die Kategorien lauten "Konsumgüter", "Investitionsgüter" sowie "Räumliche Gestaltung" und dieses Trio macht auch in der diesjährigen Runde klar, wie erstaunlich Unterschiedliches sich unter dem großen Deckmantel Design versammelt.

    Staatspreisträger in der Sparte "Räumliche Gestaltung" darf sich das Vorarlberger Projekt "Georunde Rindberg" nennen. Dabei handelt es sich um die Gestaltung eines Rundweges samt Mahnmal, das an eine Katastrophe, ausgelöst durch einen Großhangrutsch im Jahre 1999 in der Gemeinde Sibratsgfäll, erinnern soll. Acht Objekte aus Edelstahl bilden die Stationen in der Landschaft. Hinter der Idee stehen die Architekten von "Innauer Matt" sowie die Designer Von "Super – Büro für Gestaltung".

    foto: ©adolf bereuter
    Georunde Rindberg

    In der Disziplin "Investitionsgüter" staubte ein Objekt den Preis ab, das genauso gut in einem Streifen wie "Independence Day" zum Einsatz kommen könnte. "DSB innocrush Rock Crusher" wird das orange-schwarze Monster genannt, das in Steinbrüchen eingesetzt wird, um Fels in Schotter zu verwandeln. Im Fachjargon heißt das "Mobile Brech- und Siebanlage", salopp könnte man auch Riesen-Steinbeißer zu dem Ding sagen, das seine Gestalt vom Büro "Industrial Design Attersee" verliehen bekam.

    foto: © dsb maschinenbau gmbh
    DSB innocrush Rock Crusher

    Ein feiner Zwerg ist dagegen der Sieger der Kategorie "Produktgestaltung". Hier überzeugte die Jury das "Mikme Microphone", ein quaderförmiges, sehr reduziertes kabelloses Studiomikrofon mit integriertem Audiorekorder und – no na – App-Anbindung. Entworfen hat das schwarze Kastl, eine futuristische Version typischer 50er-Jahre-Mirkos, die "Mikme GmbH"

    foto: ©mikme gmbh
    Mikme Microphone

    Ausgezeichnet wurden weiters drei noch nicht realisierte Projekte der Sonderkategorie "Design Concepts": eine Armatur mit integrierter Wasserverbrauchsanzeige von Rebecca Daum, ein 3-D-Animationsprojekt von Moya-Visuals sowie ein Ganzkörpertrainingsgerät für den Klettersport vom Designer Jakob Glasner mit dem klingenden Namen "Fingerschinder". Für diese Preise gibt’s jeweils 3.000 Euro , während sich die Staatspreisträger mit Ruhm und Ehre schmücken dürfen. Eine Trophäe für den Kaminsims gibt’s freilich auch. (maik, 28. 9. 2017)

    foto: rebacca daum
    "Eve" – Armatur mit integrierter Wasserverbrauchsanzeige von Rebecca Daum.
    foto: © jakob glasner
    "Fingerschinder" – ein Ganzkörpertrainingsgerät für Kletterer von Jakob Glasner.
    foto: werner huber
    "In Touch with the Illusion" – Spatial Augmented Reality von Moya Visuals.



    Weiterlesen:
    Vienna Design Week: Neun Insider über das Festival

    Ausstellung: "Staatspreis Design 2017 – Best of Austrian Design", Designforum Wien, Museumsquartier, bis 22. 11. www.designforum.at

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