Paar in Russland steht unter Verdacht des Kannibalismus

28. September 2017, 10:00
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Selfies mit Leichenteilen und rätselhaftes Fleisch im Tiefkühler gefunden

Krasnodar – Ein grausiger Kriminalfall erschüttert die russische Öffentlichkeit: In Krasnodar im Süden des Landes ist ein Ehepaar unter Mord- und Kannibalismusverdacht verhaftet worden. Das Ausmaß des Falles ist noch unklar, Medien spekulieren über eine Anzahl von bis zu 30 Ermordeten. Die Behörden halten sich mit Informationen zurück, dafür überschlagen sich die russischen Boulevardzeitungen mit Mutmaßungen.

Selfies des Mannes mit Leichenteilen haben – notdürftig verpixelt – den Weg ins Internet gefunden. Die Taten sollen sich in einem armen, verwahrlosten Milieu in der Stadt etwa 1.200 Kilometer südlich von Moskau abgespielt haben.

Der Ehemann, geboren 1982, jobbte als Gelegenheitsarbeiter. Die 1975 geborene Ehefrau war Krankenschwester in einer Akademie für Militärpiloten, bis sie wegen Alkoholsucht entlassen wurde. Das Paar lebte aber weiter in einer Baracke, die der Serow-Fliegerakademie gehört.

Fotos von zerstückelter Leiche

Das Staatliche Ermittlungskomitee von Krasnodar hat zu dem Fall erst wenige Fakten bestätigt, aber schon die klingen wie aus einem Horrorfilm: Das Paar habe Anfang September eine Frau kennengelernt. Man habe zusammen getrunken und sei in Streit geraten. Dabei habe der Mann die neue Bekannte ermordet und zerstückelt. Dann habe er sich mit den Leichenteilen fotografiert.

Die Polizei kam den mutmaßlichen Tätern auf die Schliche, weil der Ehemann den Angaben zufolge das Mobiltelefon mit den gruseligen Bildern verlor. Arbeiter fanden das Handy. Bei einer Durchsuchung der Wohnung fanden die Fahnder Leichenteile der vermissten Ermordeten. Und sie entdeckten menschliche Körperteile, eingelegt in Salzlake in einem Weckglas, und eingefrorene Fleischstücke unbekannter Herkunft.

Rezepte zur Zubereitung von Menschenfleisch

In einer Mitteilung hieß es, die Behörden prüften, "ob die Beschuldigten für weitere Verbrechen verantwortlich sein könnten". Der Verdächtige soll Presseberichten zufolge einen zweiten Mord gestanden haben. In der Wohnung fanden sich aber auch die Handys mehrerer Menschen, die seit Jahren vermisst wurden. Und es seien Videos mit Rezepttipps zur Zubereitung von Menschenfleisch gefunden worden. Die ältesten derartigen Aufnahmen stammten von 1999, zitierte die Zeitung "Komsomolskaja Prawda" einen nicht genannten Ermittler. (APA, 28.9.2017)

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