"Datenpässe" für Apps statt Netzneutralität: Kritik an Vodafone

    27. September 2017, 11:30
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    Der Mobilfunker stellt sein Angebot in Deutschland um und soll damit laut Verbraucherschützern massiv die Netzneutralität verletzen

    Der deutsche Mobilfunker Vodafone hat sein Angebot umgestellt. Künftig können Kunden einzelne "Pässe" buchen, durch die sie Partnerdienste nutzen können, ohne ihr Datenvolumen zu verbrauchen. So gibt es einen Musikpass mit Amazon Music ,Tidal und anderen; einen Video-Pass mit etwa Netflix, Sky und Amazon Prime Video sowie Social- oder Chatpässe. Der Videopass kostet zehn Euro monatlich, die anderen jeweils fünf Euro pro Monat. Dienste wie Spotify oder Apple Music fehlen.

    Heftige Kritik

    Für Konsumentenschützer ist das ein klarer Verstoß gegen die Netzneutralität, die die Gleichbehandlung aller Daten vorschreibt. "StreamOn ist kein Modell für die Zukunft des Internets. Besser für alle wäre es, den Kunden einfach mehr Datenvolumen zu geben", sagt Thomas Lohninger von epicenter.works zu Netzpolitik.org. Der Spiegel warnt außerdem vor einigen Einschränkungen: Wer etwa sein allgemeines Datenvolumen aufbraucht, wird auch bei den gebuchten Pässen gedrosselt. Außerdem ist das Modell für deutsche Nutzer nicht im Ausland nutzbar.

    Neue Regeln

    In Österreich setzt Mobilfunker "3" auf einen "Spotify"-Tarif, bei dem kein Datenvolumen für die Nutzung des Musikstreaming-Dienstes verbraucht wird. Auch das hauseigene "3MobileTV" kann – bis zum Verbrauch des gesamten Datenlimits – ohne Einschränkungen abgerufen werden. EU-weit waren vergangenes Jahr neue Regeln zur Netzneutralität beschlossen worden, wobei die Beurteilung einzelner Verstöße den nationalen Regulierungsbehörden vorbehalten bleibt. (red, 27.9.2017)

    • Vodafone soll laut Kritikern massiv gegen die Netzneutralität verstoßen
      foto: apa/afp/tallis

      Vodafone soll laut Kritikern massiv gegen die Netzneutralität verstoßen

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