Ein unmoralisches Angebot: Eine Million für Verzicht auf Elfmeter

    26. September 2017, 14:12
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    Im Milliardenparadies hängt der Haussegen schief: Vor dem Duell mit den Bayern hält der Elferstreit zwischen Neymar und Edinson Cavani Paris auf Trab

    Paris – Es sind schwere Zeiten für die Scheichs aus Katar, die plötzlich feststellen müssen, dass mit Geld nicht jedes Problem zu lösen ist. Zwei Tage vor dem Prestigeduell in der Champions League mit Bayern München am Mittwoch (20.45 Uhr, ZDF und Sky) unternahm Paris St. Germain einen weiteren Versuch, in der "l'affaire du penalty" zwischen 222-Millionen-Euro-Mann Neymar und Edinson Cavani zu vermitteln. Aber Cavani pfiff darauf.

    Der Uruguayer blieb dem von Trainer Unai Emery anlässlich des 33. Geburtstags von Kapitän Thiago Silva anberaumten Essen fern. Zuvor soll er bereits ein Angebot von Vorstandschef Nasser Al-Khelaifi abgelehnt haben, ihm das Elfmeter-Vorrecht zugunsten Neymars für eine Million Euro abzukaufen. Der Streit zwischen den Stars schwelt weiter.

    Schlechtes Arbeitsklima

    An die Stelle des glänzenden Sommers, in dem Neymar PSG verzückte, ist ein grauer Herbst getreten. In der Mannschaft rumort es, die Sportzeitung "L'Equipe" sieht die Autorität von Trainer Emery bröckeln. Einige Stars neiden Neymar dessen Gehalt – stolze 3,069 Millionen Euro pro Monat plus geschätzte 20 Millionen an Prämien pro Jahr. Dazu kommt, dass die katarischen Besitzer den Brasilianer hofieren und gleichzeitig über den Verkauf langjähriger Stützen nachdenken, um das Financial Fair Play zu erfüllen.

    Die Explosion ereignete sich am 17. September vor den Augen eines Millionenpublikums. Beim 2:0 gegen Olympique Lyon forderte Neymar nach einem Elfmeterpfiff den Ball, doch Cavani bestand auf der Ausführung – und verschoss. In der Kabine kam es danach fast zu einer Prügelei, Neymar soll später den Verkauf des Rivalen gefordert haben. Seine über Silva verbreitete Entschuldigung war halbgar.

    Cavani wies das Millionenangebot des Vorstandschefs mit den Worten zurück, Geld interessiere ihn nicht. Wenn der Verein mehr bezahlen wolle, bitte, aber die Elfmeter werde er weiter schießen, "da geht es auch um Würde", berichtete die Tageszeitung "El Pais". Ebenfalls gescheitert sei das Bemühen des Vorstandschefs, Neymar zu bitten, die Sache zu vergessen.

    Befriedungsversuch von Dani Alves

    Am vergangenen Mittwoch unternahm schließlich Dani Alves, Neymars bester Kumpel im Team, einen Befriedungsversuch. Er lud ins Victoria, ein schickes Restaurant im XVI. Arrondissement, doch die Atmosphäre hat sich laut Beobachtern nicht gebessert.

    In dieser angespannten Lage gab Paris beim 0:0 in Montpellier am siebenten Spieltag erstmals Punkte ab. Neymar fehlte wegen einer Fußverletzung, die ihn aber nicht daran hinderte, zuvor in London mit Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton und ein paar Models zu feiern.

    Der Auftrag an PSG ist dennoch klar, im Fanshop steht er über den Champions-League-Trikots: "La conquête d'Europe", die Eroberung Europas. Mehr als das Viertelfinale war bisher nicht drin.

    "Unser Traum ist, alles zu gewinnen, aber das erreicht man nicht, indem man Interviews gibt", sagt Mittelfeldmann Marco Verratti, den die Bayern gerne geholt hätten. Der Schlüssel sei der Angriff. "Neymar und Mbappe sind Phänomene, sie bringen uns auf ein ganz anderes Niveau – und geben uns die Möglichkeit, die Champions League zu gewinnen." (sid, 26.9.2017)

    • Zusammengefasst.

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